21:42 26-01-2026

Plan Auto+ Verzögerung durch CO₂-Bilanz-Kriterien und ihre Auswirkungen

Die Einführung des neuen staatlichen Förderprogramms Plan Auto+ verzögert sich. Das Wirtschaftsministerium hat gefordert, die CO₂-Bilanz als Kriterium in die Bedingungen aufzunehmen. Diese Maßnahme würde chinesische Elektroautos praktisch von der Liste förderfähiger Modelle ausschließen und stellt damit den gesamten Subventionsmechanismus infrage.

Ressortstreit stoppt Veröffentlichung

Das Industrieministerium hatte die Bedingungen für Plan Auto+ bereits mit den Verbänden der Autohersteller und Händler abgestimmt. In dieser Fassung wurden die Prämien für in der EU produzierte Modelle erhöht, andere Fahrzeuge aber nicht ausgeschlossen. Das Wirtschaftsministerium griff in letzter Minute ein und blockierte die Veröffentlichung der Förderrichtlinien. Es drängt auf die Einführung des französischen Eco-Score-Systems. Nun liegt das Programm auf Eis und lässt den Markt im Ungewissen.

Wie die CO₂-Bilanz die Kräfteverhältnisse verschiebt

Die vom Wirtschaftsministerium favorisierte Methodik würde etwa 80 bis 90 Prozent der in Europa produzierten Modelle sowie einige Fahrzeuge aus der Türkei förderfähig machen. Chinesische Elektroautos hingegen wären nahezu vollständig vom Programm ausgeschlossen, da Transport, Produktionsprozesse und Materialien eine zu hohe CO₂-Bilanz verursachen. Selbst einige in Marokko gefertigte Modelle könnten gefährdet sein. In der Praxis entsteht so eine Importbarriere unter dem Deckmantel eines Klimakriteriums.

Gefahr von Vergeltungsmaßnahmen aus China

Der Versuch, chinesische Elektrofahrzeuge einzuschränken, könnte diplomatische und wirtschaftliche Konsequenzen haben. China hat bereits Gegenmaßnahmen gegen Länder verhängt, die europäische Zölle unterstützt haben. Nach früheren EU-Entscheidungen verlor das Stellantis-Werk im polnischen Tychy die Produktion von Leapmotor-Modellen. In Spanien investieren Unternehmen wie CATL, Chery und Leapmotor derzeit aktiv – eine Verschärfung der Regeln könnte diese Projekte gefährden.

Was sich für Käufer ändert

Trotz der Verzögerung bleibt das Budget des Plans bei 400 Millionen Euro, und die Förderung gilt rückwirkend ab dem 1. Januar. Der Hauptunterschied zum Vorgängerprogramm MOVES III ist ein vollständig zentralisiertes System, das die Auszahlungsdauer von anderthalb Jahren auf etwa einen Monat verkürzen soll. Allerdings entfällt die Prämie für die Verschrottung eines Altfahrzeugs, und die Förderung von Heimladestationen ist nicht vorgesehen. Plug-in-Hybride erhalten geringere Zuschüsse als reine Elektroautos. Die Hersteller drängen auf eine zügige Veröffentlichung der Regeln, um einen Einbruch der Verkäufe zu vermeiden.