22:43 28-01-2026

Volkswagen verlegt Golf-Produktion von Wolfsburg nach Mexiko

Volkswagen beendet eine Ära von fünf Jahrzehnten: Die Produktion des VW Golf wird von Wolfsburg nach Mexiko verlegt. Diese seit 2024 diskutierte Entscheidung ist ein zentraler Bestandteil des Kostensenkungsprogramms des Unternehmens und der Umstrukturierung seiner deutschen Werke. Für den Autobauer geht es dabei nicht nur um die Optimierung von Ausgaben, sondern auch um eine strategische Neuausrichtung hin zu Elektrofahrzeugen.

Warum der Golf Wolfsburg verlässt

Die Fertigung des Golf der ersten Generation begann 1974 im VW-Stammwerk. Ein halbes Jahrhundert später kündigt die Marke an, dass ab 2027 der Golf vom Band im Werk Puebla in Mexiko rollen wird. Die deutsche Produktionslinie wird bereits im Frühjahr 2026 stillgelegt. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, die globale Kapazität auszubalancieren und die Fertigungskosten zu senken. Die Produktion in Mexiko ermöglicht es, den Golf näher an den nordamerikanischen Märkten zu bauen und Werke zu nutzen, in denen die Produktionskosten niedriger sind.

Wie das Wolfsburger Werk umstrukturiert wird

Die Kapazitäten, die durch die Produktion von Golf und Golf Variant frei werden, sollen für den Ausbau der Elektrofahrzeug-Palette von Volkswagen genutzt werden. Ab 2027 wird das Werk mit der Fertigung des ID.3 und des Cupra Born beginnen, und die Anzahl der Produktionslinien wird von vier auf zwei reduziert. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen den Standort auf einen neuen "elektrischen Golf" vor, der auf der SSP-Architektur aufbauen wird – der Schlüsselplattform für künftige Volkswagen-Elektroautos. Bis 2030 werden rund 4.000 Mitarbeiter das Werk verlassen, was den umfassenderen Plan widerspiegelt, die technische Kapazität in deutschen Werken um 734.000 Fahrzeuge zu reduzieren.

Die finanzielle Logik der "Zukunft Volkswagen"-Strategie

Die Verlagerung der Produktion ist Teil eines umfangreichen Pakets wirtschaftlicher Maßnahmen, auf das sich Volkswagen, IG Metall und der Betriebsrat geeinigt haben. Das Unternehmen strebt an, die jährlichen Personalkosten bis 2030 um 1,5 Milliarden Euro zu senken. Angesichts des Wettbewerbsdrucks, sinkender Margen und der Notwendigkeit, Dutzende Milliarden in die Elektrifizierung zu investieren, ist Volkswagen gezwungen, Ressourcen freizusetzen und die Produktion in günstigere Regionen zu verlagern.