10:52 31-01-2026

Großbritannien und Chery planen Allianz für Autoindustrie

Großbritannien unternimmt einen neuen Anlauf, um seine heimische Automobilindustrie zu beleben. Chery erwägt, Fabriken von Jaguar Land Rover für die lokale Produktion zu nutzen. Anstehende Gespräche in Peking könnten die Zukunft der Branche für Jahrzehnte prägen.

Warum Großbritannien eine Allianz mit Chery anstrebt

Nach einem starken Rückgang der Produktionszahlen von den Rekordhöhen der Mitte der 2010er Jahre benötigt der britische Automobilsektor einen Neustart. Laut Daten der Publikation 32CARS unterstützt die Regierung die Idee, ungenutzte JLR-Kapazitäten für die Produktion von Chery-Fahrzeugen bereitzustellen. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2035 soll die jährliche Produktion auf 1,3 Millionen Autos steigen, während die aktuelle Ausbringung unter 750.000 liegt. Premierminister Keir Starmer wird als erster britischer Regierungschef seit acht Jahren China besuchen, um persönlich die Bedingungen einer möglichen Partnerschaft zu besprechen.

Warum Chery an britischen Fabriken interessiert ist

Chery baut seine Präsenz in Europa aktiv aus, wobei sich der britische Markt aufgrund reduzierter Zölle als einer der günstigsten erwiesen hat. Im Jahr 2025 wurden die Marken Omoda und Jaecoo zum am schnellsten wachsenden chinesischen Angebot im Land. Dennoch hatte das Unternehmen stets Zweifel an der Rentabilität einer lokalen Produktion, vor allem wegen hoher Energie- und Arbeitskosten. Trotzdem hat Chery bereits Nissan-Fabriken in Barcelona und Südafrika übernommen, was seine Bereitschaft zur globalen Expansion unterstreicht.

Was JLR und die britische Regierung gewinnen könnten

Jaguar Land Rover sieht sich mit ungenutzten Produktionskapazitäten konfrontiert, insbesondere im Zuge laufender struktureller Umstellungen und der Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Ein möglicher Einstieg von Chery könnte helfen, stillstehende Produktionslinien auszulasten und Teilen des Geschäfts wirtschaftliche Stabilität zurückzugeben. Für die Regierung bietet diese Zusammenarbeit die Chance, die Industrie nach Brexit, Pandemie und geopolitischen Umwälzungen wiederzubeleben. Es ist auch erwähnenswert, dass die Marken bereits Erfahrung in der Zusammenarbeit haben, darunter ein Joint Venture in China und eine Lizenzvereinbarung für den Namen Freelander für Cherys Elektrofahrzeuge.