10:51 02-02-2026
Die Krise der deutschen Automobilindustrie: Warum es diesmal anders ist
Die deutsche Automobilindustrie hat schon viele schwierige Herausforderungen gemeistert, doch die aktuelle Krise unterscheidet sich grundlegend. Es handelt sich nicht nur um eine vorübergehende Flaute, sondern um eine tiefgreifende Marktveränderung, bei der frühere Stärken nicht mehr zählen.
In den letzten Jahrzehnten haben sich deutsche Marken immer wieder als anpassungsfähig erwiesen. Krisen in den 1970er Jahren, Absatzeinbrüche, strategische Fehler und sogar globale Skandale wurden durch Ingenieurslösungen und starke Produkte überwunden. Die heutige Lage ist jedoch anders. China hat sich von einem Absatzmarkt zu einem vollwertigen Industriestandort entwickelt, der jetzt Schlüsseltechnologien für Elektrofahrzeuge beherrscht und das Entwicklungstempo der Branche vorgibt.
Chinesische Hersteller waren schneller bei der Beherrschung von Batterien, Software und modularen Plattformen, die das Rückgrat des modernen Autos bilden. Deutsche Unternehmen, lange auf Diesel- und Benzintechnologien angewiesen, haben Zeit verloren und müssen nun aufholen. Zusätzlicher Druck entsteht durch steigende Kosten, nachlassende Nachfrage in Europa und wachsenden Protektionismus in wichtigen Märkten wie den USA.
Aussagen der Führung großer Konzerne verdeutlichen das Ausmaß des Problems. Volkswagen spricht von der Notwendigkeit einer Geschäftsrestrukturierung mit Plänen zur Schließung von Werken und zum Abbau Zehntausender Arbeitsplätze. Mercedes, Audi und Porsche gehen ähnliche Schritte. Anders als in früheren Krisen gibt es heute kein offensichtliches Produkt oder Segment, das die Branche schnell wieder zu stabilem Wachstum führen könnte.