21:18 06-02-2026

Chinesische Autoindustrie: Abkühlung im Heimatmarkt, Expansion in Europa

Die chinesische Automobilindustrie startet 2026 mit einem deutlichen Abkühlen. Nach Jahren rasanter Zuwächse kämpft der größte Automarkt der Welt nun mit sinkender Nachfrage, Überkapazitäten und heftigem Preiskampf. Das zwingt die Hersteller aus China dazu, verstärkt ins Ausland zu drängen – vor allem nach Europa.

Ein Musterbeispiel ist BYD. Im Januar gingen die Auslieferungen des Unternehmens um rund 30 Prozent im Jahresvergleich zurück, was den fünften monatlichen Rückgang in Folge markiert. Andere Marken stehen vor ähnlichen Problemen. Da der Heimatmarkt schwächelt, rücken Exporte für sie in den Fokus.

Seit 2024 wächst die Präsenz chinesischer Marken in der Europäischen Union. Bis Ende 2025 erreichte ihr Marktanteil fast zehn Prozent, vor allem bei Elektro- und Hybridfahrzeugen. In Deutschland wurden rund 68.000 Fahrzeuge aus chinesischer Produktion zugelassen. Getrieben wurde dieser Erfolg von wettbewerbsfähigen Preisen und einer breiten Modellpalette.

Als Reaktion auf EU-Zölle für chinesische Elektroautos haben die Hersteller ihren Schwerpunkt auf Plug-in-Hybride verlagert, für die nur der Standardsatz gilt. Ein neues deutsches Förderprogramm, das auch für diese Modelle gilt, gab zusätzlichen Schub.

Experten weisen darauf hin, dass der verschärfte Wettbewerb zu niedrigeren Preisen und einer größeren Auswahl führen wird, besonders bei stadtgerechten Elektroautos. Für europäische Käufer bedeutet das günstigere elektrifizierte Modelle, während heimische Hersteller unter Druck geraten.