11:42 09-02-2026

ADAC: Digitale Auto-Features werden zur Kostenfalle durch Abo-Modelle

Moderne Autos werden immer seltener als fertige Produkte verkauft, sondern vielmehr als Plattformen mit kostenpflichtigen Zusatzfunktionen. Der ADAC hat gemeinsam mit dem Technikmagazin c't Abo-Modelle von Automobilherstellern analysiert und kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Digitale Features werden zum Werkzeug, um Besitzern kontinuierlich Geld abzuknöpfen.

Dabei geht es etwa um Dienste wie die Fernsteuerung des Fahrzeugs per App, Online-Navigation, erweiterte Multimedia-Funktionen oder zusätzliche Assistenzsysteme. Häufig erhalten Käufer zunächst kostenlosen Zugang, was den Eindruck erweckt, die Funktion sei im Fahrzeugpreis enthalten. Nach wenigen Jahren müssen sie dann aber dafür zahlen.

Die Gratiszeiträume variieren stark. So bietet Skoda Fernfunktionen drei Jahre lang, Audi und Opel sogar zehn Jahre. Nio verspricht, sie für die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs kostenfrei zu halten. Navigation und erweiterte Multimedia-Features werden bei fast allen Marken jedoch früher oder später kostenpflichtig.

Die Abo-Preise unterscheiden sich ebenfalls deutlich. Bei BMW kostet der Zugang nach drei Gratismonaten 9,98 Euro monatlich. Mercedes kann nach Ablauf der dreijährigen Freischaltphase bis zu 329 Euro pro Jahr verlangen. Renault hat die Preise ab 2027 noch nicht bekanntgegeben, und Volvo informiert Kunden erst kurz vor Ende der vierjährigen Gratisphase über künftige Zahlungen.

Aus Sicht des ADAC liegt das Kernproblem in mangelnder Transparenz. Käufer können nicht im Voraus kalkulieren, wie viel ein Auto über 7 bis 10 Jahre Besitz tatsächlich kostet. Besonders betroffen sind Gebrauchtwagenkäufer: Sie erwerben oft Fahrzeuge, bei denen kostenlose digitale Dienste bereits teilweise oder vollständig abgelaufen sind. Damit müssen sie sofort für Funktionen zahlen, die vorher als selbstverständlich galten.

Der Automobilclub rät Käufern deshalb, den Status aller digitalen Dienste vorab zu klären, die Abo-Bedingungen vertraglich festzuhalten und kritisch zu prüfen, ob sie diese überhaupt benötigen. Der ADAC betont ausdrücklich, dass sicherheitsrelevante Funktionen nicht kostenpflichtig werden dürfen und über die gesamte Fahrzeuglebensdauer kostenfrei bleiben müssen.

Insgesamt verwandelt das Abo-Modell das Auto in eine Dauerzahlung. Formal kauft man zwar das Fahrzeug, praktisch erwirbt man aber lediglich das Recht, es unter den Bedingungen des Herstellers zu nutzen. Solange der Markt dies toleriert, werden die Marken weitergehen – und die Grenze zwischen Option und Pflichtgebühr immer weiter verschwimmen.