18:18 18-02-2026
Der Suzuki Samurai Testskandal und seine Folgen für die Autoindustrie
Ende der 1980er Jahre verklagte der japanische Autobauer Suzuki die Zeitschrift Consumer Reports wegen eines Tests des neuen Samurai-SUV für den US-Markt. In dem Bericht hieß es, das Fahrzeug könne bei scharfen Manövern "leicht" umkippen. Nach Veröffentlichung des Artikels brachen die Verkaufszahlen ein – obwohl der Samurai 1987 den Jeep Wrangler noch mit zwei zu eins übertroffen hatte.
Suzuki kritisierte die Testmethodik als fehlerhaft. Laut Hersteller führte der Fahrer von Consumer Reports absichtlich überaggressive Kurvenfahrten bei hohem Tempo aus, um einen Überschlag zu provozieren. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte zuvor darauf hingewiesen, dass sie für solche Tests robotergesteuerte Systeme einsetzt, während Consumer Reports einen menschlichen Fahrer verwendete, was die Ergebnisstreuung erhöht.
Ähnliche Kritik traf auch den Isuzu Trooper, dessen Absatz ebenfalls zurückging. Isuzu zog sich 2008 wegen mangelnder Rentabilität vom US-Markt zurück.
Schließlich einigten sich beide Parteien auf einen Vergleich. Suzuki würdigte das Bemühen von Consumer Reports um Objektivität, und die Verbraucherorganisation Consumers Union anerkannte den Sicherheitsanspruch des Autobauers.
Die Episode entwickelte sich zur Branchenlehre: Eine negative Bewertung kann den Absatz gerade bei Nischen-SUVs erheblich beeinträchtigen. Für Käufer, die nach bestbewerteten Fahrzeugen suchen, unterstreicht sie, wie entscheidend Testmethoden und die Formulierung von Bewertungen sein können.