22:45 19-02-2026

Ionity eröffnet erste 600-kW-Ladestation in Europa

Ionity hat seine erste europäische Ladestation in Betrieb genommen, die bis zu 600 kW pro Fahrzeug liefern kann. Die Station befindet sich im Gebiet Sorgues entlang der stark befahrenen A7, einer der meistgenutzten Verkehrsachsen Europas. Sie nutzt Alpitronics neues HYC1000-System, das einen zentralen 1.000-kW-Modul umfasst. Dieser verteilt die Leistung dynamisch auf sechs Ladepunkte, abhängig von der aktuellen Nachfrage. Wenn nur ein Auto angeschlossen ist, kann es die volle Spitzenleistung von bis zu 600 kW nutzen. Theoretisch lassen sich so in weniger als acht Minuten bis zu 300 Kilometer Reichweite nachladen – vorausgesetzt, das Fahrzeugmodell unterstützt solche hohen Ladeleistungen.

Diese Technologie markiert einen Schritt über reine Testphasen hinaus, weg von Prototypen hin zu einer voll funktionsfähigen kommerziellen Station. Der Start fällt mit einem neuen Meilenstein für Ionity zusammen: Das Konsortium hat nun 6.000 Hochleistungsladepunkte in Europa erreicht. Gegründet von Volkswagen Group, BMW, Daimler und Ford, später um Hyundai-KIA erweitert, will Ionity seine Position als größtes Premium-Ladenetz behaupten.

Die Preise unterscheiden sich deutlich vom breiteren Markt. Ohne Abonnement kostet die Kilowattstunde etwa 0,66 Euro, mit dem Ionity-Power-Abo sinkt der Preis auf 0,37 Euro. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 16 kWh pro 100 Kilometer bedeutet das Kosten zwischen 5,92 und 10,56 Euro für jede 100-Kilometer-Strecke.

Derzeit können nur wenige Modelle wie der Lotus Emeya, der Xpeng G9 und G6, der Porsche Macan EV und der Audi Q6 e-tron die vollen 600 kW nutzen. Ionity setzt jedoch auf künftige Elektrofahrzeug-Generationen. Erwartet wird, dass kommende Modelle wie die nächste Generation des BMW iX3 und der Mercedes GLC Electric Spitzenladeleistungen um 400 kW unterstützen werden.

Der Markt beschleunigt sich weiter: Der chinesische Autohersteller Xpeng plant, bis Ende 2026 ein eigenes Netz von 1.000-kW-Stationen aufzubauen. Dieser wachsende Wettbewerb in der Ladeinfrastruktur dürfte die Leistungsfähigkeit weiter steigern und langfristig möglicherweise die Ladekosten senken.