22:13 15-04-2026

Wie Consumer Reports die sichersten Autos bewertet

Vergleicht man die Daten von Consumer Reports mit Sicherheitsbewertungen anderer Organisationen, die ähnliche Listen erstellen, fällt auf: Einige Modelle, die anderswo hoch bewertet werden, schaffen es nicht in die Top-Auswahl von CR. Das liegt daran, dass Consumer Reports sehr spezifische Kriterien anlegt, die ein Fahrzeug erfüllen muss, um auf die Liste zu kommen.

So findet man etwa keine großen SUVs oder Pick-ups unter den sichersten Fahrzeugen von CR. Einzelne Modelle mögen zwar sicher für ihre Klasse sein, doch Jake Fisher, leitender Direktor für Autotests bei CR, erklärt, dass diese größeren Fahrzeuge typischerweise längere Bremswege haben und weniger wendig sind als Kompaktwagen. Dadurch sind sie anfälliger für Unfälle – insbesondere für solche, die ein kleineres Auto vermeiden könnte. Das hindert CR nicht daran, großen SUVs und Pick-ups hohe Sicherheitsnoten zu geben, doch die absolute Spitzenklasse erreichen sie einfach nicht.

Consumer Reports legt auch deutlich mehr Wert auf Crashtests des Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) als auf die des National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA). Die Publikation ist der Ansicht, dass IIHS-Tests Unfälle im echten Leben besser abbilden, da das Institut sechs Haupt-Crashtests durchführt, die NHTSA hingegen nur vier. Folglich kann ein Auto mit einer perfekten NHTSA-Crashtest-Bewertung bei IIHS schlechter abschneiden.

Einige Marken erhalten von Consumer Reports insgesamt hohes Lob. Subaru ist ein Beispiel: CR kürte sie zur besten Marke auf dem Markt und vergab gute Sicherheitsnoten für ihre Fahrzeuge, nahm sie aber dennoch nicht in die höchstbewerteten Modelle für Sicherheit auf. Das liegt nicht daran, dass Subaru-Autos es nicht verdient hätten, sondern daran, dass CR besonderen Wert auf die Serienausstattung von Sicherheitsfeatures legt. Subaru hat ausgezeichnete fortschrittliche Sicherheitssysteme wie EyeSight, doch sie sind nicht in allen Ausstattungsvarianten der Marke verfügbar.

Um die Spitzenklasse zu erreichen, verlangt CR, dass solche Features – etwa Rückfahrkameras oder Fußgängererkennung – in jeder Ausstattungslinie eines Modells serienmäßig sind.

Sicherheitsfeatures sind nicht das Einzige, was Consumer Reports berücksichtigt. Auch Komfortfunktionen wie die Klimaanlage wirken sich auf die Sicherheit aus. Wenn diese für den Fahrer einfach zu bedienen sind, stuft CR sie als sicherer ein. Die Publikation weist darauf hin, dass Volvo eine Marke ist, die bei der Bedienbarkeit von Funktionen schlecht abschneidet: Selbst wenn die Autos physisch sehr sicher sind, können Fahrer abgelenkt werden, wenn sie während der Fahrt versuchen, die Bedienelemente für diesen „Komfort“ zu verstehen – was gefährliche Situationen schafft.

Mercedes-Benz und Volkswagen sind weitere Marken, bei denen laut CR Infotainment- und Klimaregelungssysteme übermäßig komplex sind. Von den zehn sichersten Autos, die die Publikation hervorhebt, werden drei von Mazda gebaut. Offensichtlich hat diese Marke die richtige Balance zwischen Bedienbarkeit, Serienausstattung von Sicherheitsfeatures und Crashtest-Ergebnissen gefunden – und damit die Experten von Consumer Reports zufriedengestellt.