15:34 01-05-2026

Renault Scenic Facelift: So soll der Elektro-Crossover wieder konkurrenzfähig werden

Renault bereitet eine umfassende Überarbeitung des Scenic vor. Der elektrische Crossover, der vor drei Jahren komplett vom Minivan zum SUV mutierte, startete solide, doch die Verkaufszahlen gehen jetzt zurück. In Spanien wurden in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 nur 152 Einheiten zugelassen.

Zum Vergleich: Der Skoda Elroq kam im selben Zeitraum auf 790 Einheiten, der neue elektrische Toyota C-HR sogar auf 1.217 Zulassungen. Sogar das Nischenmodell Alpine A290 lag mit 146 Autos knapp dahinter und erreichte fast die Zahlen des Scenic.

Renault hat den überarbeiteten Scenic bereits auf öffentlichen Straßen getestet. Der Erlkönig ist noch stark getarnt, Details zur Optik bleiben daher verborgen. Allerdings zeichnet sich ein weicheres Design ab, das an die jüngsten Konzepte der Marke erinnert – den Embleme Concept und den R-Space Lab. Der aktuelle Scenic hat eine markantere Linienführung, ähnlich wie Captur, Symbioz und Rafale. Das Facelift könnte ihn ruhiger und für ein breiteres Publikum attraktiver machen.

Auch innen soll sich einiges tun: neue Materialien, eine verbesserte Wertanmutung und ein aktualisiertes Multimediasystem. Bei einem Preis, der nicht ohne ist, ist das entscheidend – Käufer in diesem Segment vergleichen heute nicht nur die Reichweite, sondern auch Innenraum, Bedienung, Ausstattung und Ladegeschwindigkeit.

Derzeit gibt es den Scenic in zwei Versionen. Der Comfort Range leistet 170 PS, hat einen 60-kWh-Akku und bietet bis zu 430 Kilometer Reichweite. Die Long-Range-Variante bringt es auf 220 PS, einen 87-kWh-Akku und bis zu 625 Kilometer.

Nach dem Update soll eine Version mit LFP-Batterie kommen – sie soll günstiger sein und den Einstiegspreis senken. Renault will zudem die Effizienz steigern: Die Basisversion könnte im WLTP auf knapp 450 Kilometer kommen, das Langstreckenmodell auf rund 650 Kilometer. Auch das Laden soll flotter gehen: Die LFP-Version soll in 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden können. Bislang wird Renault oft kritisiert, weil die Ladeleistung auf 150 kW begrenzt ist.

Der entscheidende Faktor ist nicht die Konkurrenz eines bestimmten Modells, sondern der Preis. In Spanien startet der Changan Deepal S05 bei 36.690 Euro vor Förderung und hat bereits 805 Zulassungen vorzuweisen, während der Scenic Long Range 41.126 Euro kostet und weniger Ausstattung bietet.

Renault überarbeitet den Scenic nicht zum Spaß: Das Auto muss günstiger, effizienter und im Design überzeugender werden. Eine vollwertige 800-Volt-Architektur kommt erst 2028, also muss der Scenic bis dahin mit diesem Facelift im Markt bestehen.