10:00 03-05-2026

König Charles III. reist mit gepanzertem BMW 760i Protection VR9

Der jüngste Besuch von König Charles III. in Washington war nicht nur von Diplomatie und Prunk geprägt. Aufmerksame Beobachter entdeckten in seiner Kolonne einen schwarzen BMW 7er mit europäischen Kennzeichen – unverkennbar ein BMW 760i xDrive Protection VR9, und bemerkenswerterweise kein US-Modell.

Es ist kaum vorstellbar, dass der Wagen vor Ort angemietet wurde. Dieselbe Limousine tauchte direkt nach dem USA-Teil der Reise auf Bermuda auf, dem nächsten Ziel von Charles. Für Staatsoberhäupter ist das gängige Praxis: Vertraute, gepanzerte Fahrzeuge reisen immer mit der zu schützenden Person.

Der 760i Protection ist nicht einfach eine gepanzerte Version der normalen 7er-Reihe. BMW fertigt ihn auf einer eigenen Linie im Werk Dingolfing mit einem sogenannten Protection Core. Statt eine Panzerung an eine bestehende Karosserie anzuschrauben, wird das Fahrzeug von Anfang an um eine gepanzerte Stahl-Sicherheitszelle herum aufgebaut.

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Das Auto erfüllt die Schutzklasse VR9 der deutschen VPAM-Richtlinie. Die Karosserie widersteht problemlos 7,62×51-mm-NATO-Hartkerngeschossen, und die Verglasung genügt der noch strengeren VPAM-10-Spezifikation, die speziell gegen 7,62×54R-Scharfschützenmunition schützt. Boden und Dach sind so ausgelegt, dass sie mehreren Handgranatenexplosionen standhalten. Auf Wunsch gibt es ein Sauerstoffversorgungssystem für Gasangriffe sowie herausnehmbare blaue Signalleuchten, die im Kühlergrill versteckt sind.

All diese Sicherheit macht sich im Gewicht bemerkbar: Die Waage zeigt rund 3.965 kg, fast das Doppelte einer typischen Oberklasse-Limousine. Ein 4,4-Liter-V8-Biturbo mit 530 PS und 750 Nm Drehmoment treibt den Wagen jedoch kraftvoll an. So vergehen für den Sprint auf 100 km/h nur 6,6 Sekunden; die Höchstgeschwindigkeit wird bei 210 km/h elektronisch abgeregelt. Bei einem gepanzerten Fahrzeug zählt weniger die absolute Höchstgeschwindigkeit als die Fähigkeit, eine Gefahrenzone zügig zu verlassen.

Manche Details würden in einem normalen Pkw befremdlich wirken. Die speziellen Michelin-Reifen mit Notlaufeigenschaften funktionieren selbst ohne Luftdruck. Die Türen lassen sich in Notausstiege umwandeln und schließen von innen automatisch – das etwa 7,5 cm dicke Panzerglas macht sie extrem schwer.

Berichten zufolge kann König Charles auch auf einen elektrischen BMW i7 M70 xDrive zurückgreifen, wahrscheinlich ebenfalls mit Schutzausstattung. Der Wagen ist schwerer und braucht rund 9 Sekunden auf Tempo 100, bietet dafür aber ungefähr 380 Kilometer Reichweite. Für einen Monarchen, der seit Jahren über Umweltfragen spricht, ist eine kugelsichere Elektrolimousine mehr als nur ein Fortbewegungsmittel – sie ist ein subtiles politisches Statement.