07:07 04-05-2026
Mitsubishis beeindruckend niedrige Rückrufzahlen im US-Markt
In den US-Rückrufstatistiken bildet Mitsubishi das andere Extrem. Ford meldete 2025 mit 153 Rückrufaktionen einen Branchenrekord, während Mitsubishi seit dem Start des eigenständigen Vertriebs in den USA 1987 gerade einmal 150 Kampagnen vorzuweisen hat.
Der Kontrast wird noch krasser, wenn man die jüngste Vergangenheit betrachtet. 2024 musste Mitsubishi kein einziges Fahrzeug zurückrufen. Seit Anfang 2022 gab es lediglich acht, und seit Januar 2020 insgesamt 16 Rückrufe. Die jüngsten Aktionen betrafen Heckklappen-Gasdruckdämpfer und Störungen der Rückfahrkamera. Der letzte Rückruf zum Antriebsstrang datiert auf August 2022: Er behob einen Softwarefehler, der den Motor absterben lassen konnte.
Über fast vier Jahrzehnte hinweg bezogen sich Mitsubishis Rückrufe auf rund 7,56 Millionen Fahrzeuge. Das auffälligste Jahr war 2000 mit etwas mehr als einer Million zurückgerufener Autos – allein eine Aktion wegen defekter unterer Kugelgelenkmanschetten betraf 567.432 Fahrzeuge.
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum führte Ford 1.285 Rückrufaktionen durch, denen 186,8 Millionen Fahrzeuge zugeordnet waren. General Motors kam auf 1.238 Aktionen und 153,5 Millionen Fahrzeuge, Stellantis inklusive Chrysler und FCA auf 1.046 Kampagnen mit 131,9 Millionen betroffenen Fahrzeugen.
Zugegeben, Ford verkauft in den USA etwa 22-mal so viele Autos wie Mitsubishi. Doch das Verkaufsvolumen erklärt nur die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge, nicht die Häufigkeit, mit der Rückrufe notwendig werden. Der Unterschied ist verblüffend: Eine Marke taucht über Jahre hinweg kaum in der NHTSA-Datenbank auf, während die andere es 2025 kaum eine Woche ohne neuen Rückruf schaffte.
Das macht zwar nicht jeden Mitsubishi automatisch zuverlässiger als jeden Ford. Aber es verdeutlicht einen wichtigen Punkt: Eine einfache Modellpalette, geringere Stückzahlen und konservativere Konstruktionsansätze können Besitzern etwas bieten, das sie schätzen – weniger Gründe, die NHTSA-Seite aufzurufen, und mehr Zeit für die Wettervorhersage.