17:08 06-05-2026

Li Auto L9 Livis: Einblick ins rollende Hightech-Wohnzimmer

Li Auto gewährt bereits vor dem Verkaufsstart am 15. Mai einen ersten Blick in den Innenraum des L9 Livis. Ab diesem Tag soll das Modell auch ausgeliefert werden. Das Interieur ist betont wohnlich ausgelegt: Der Hersteller verfolgt eigenen Angaben zufolge das Ziel, ein Flaggschiff-Interieur zu schaffen, das höchsten Wohnkomfort bietet.

Im Cockpit setzt das Fahrzeug auf eine sogenannte Sternring-Architektur, ein ultrabreites Panoramadisplay, einen Magic Mobile Screen, eine zentrale Safety-Island-Armlehne sowie völlig neu entwickelte Flaggschiff-Sitze.

Damit unterstreicht Li Auto erneut seine Kernkompetenz: Es geht nicht bloß darum, eine Familie von A nach B zu transportieren, sondern ein Lounge-ähnliches Raumgefühl zu schaffen, in dem niemand um Bildschirme, Ladebuchsen oder den besten Platz streiten muss. Ebenso ambitioniert liest sich das technische Datenblatt. Es enthält den hauseigenen Mach-100-Chip, ein Steer-by-Wire-Fahrwerk, eine 800-Volt-Aktivfederung, die dritte Generation des 5C-Schnellladesystems für den seriellen Hybrid-Antrieb sowie ein Surround-View-Lidar-Setup.

Besondere Aufmerksamkeit widmet Li Auto der Federung. Sie soll über 10.000 Newton Hubkraft pro Rad aufbringen, im Millisekundenbereich reagieren und ohne klassischen Stabilisator auskommen. Auch das Fahrwerk wird als technologischer Höhepunkt inszeniert: mit Steer-by-Wire, Allradlenkung und elektromechanischen Bremsen (EMB).

Ein möglicherweise kontrovers diskutierter, aber zentraler Aspekt ist die Rechenleistung. Im L9 Livis stecken zwei 5-Nanometer-Mach-100-Chips, die zusammen auf 2.560 TOPS kommen sollen. Diese Hardware ist für Fahrerassistenzfunktionen vorgesehen. Für den Alltagskäufer zählt jedoch vor allem, wie zuverlässig das Ganze funktioniert – nicht auf einer Showbühne, sondern im Stop-and-Go-Verkehr, auf der Landstraße und im Winter.

Li Auto positioniert den L9 Livis damit klar als rollendes Hightech-Familienwohnzimmer und nicht nur als einen weiteren großen Hybriden. Die Herausforderung besteht nun darin zu zeigen, dass die vielen Bildschirme und die smarte Technik den Besitzeralltag nicht unnötig erschweren.