02:43 07-05-2026
E-Auto fahren ohne Sorgen: Die Reichweitenangst überwinden
In der ersten Zeit mit einem Elektroauto blickt man öfter auf den Ladestand als auf die Geschwindigkeitsanzeige. Kein Wunder: Statt Tanken heißt es jetzt Laden, die Reichweite ersetzt die Tanknadel, und man fragt sich, wo das Auto über Nacht Strom bekommt. Laut einer Studie von SPEEDME verschwindet diese Sorge jedoch nach einigen Wochen: Wer sein E-Auto nachts an die Steckdose hängt, denkt bald nicht mehr über die Batterie nach.
Das Laden ist die erste mentale Hürde. Auf den ersten Blick erscheint es wie ein Wirrwarr aus Kabeln, Apps und Vorschriften. Zu Hause ist es jedoch viel simpler: abends anstöpseln, morgens losfahren. Mit einer 7,4-kW-Wallbox dauert eine Vollladung (0-100%) des Kia EV3 mit dem 81,4-kWh-Akku etwa 11 bis 13 Stunden. Allerdings fährt kaum jemand den Akku komplett leer. Meist wird von 30-40% auf 80-90% geladen, was bequem über Nacht zu schaffen ist.
Die zweite typische Sorge gilt der Reichweite. Die WLTP-Angabe von 605 km für den großen Akku des Kia EV3 bedeutet real etwa 420 bis 500 km, bei einem Verbrauch von 16 bis 19 kWh/100 km. Die kleinere 58,3-kWh-Variante, offiziell 436 km, kommt in der Praxis auf gut 320–380 km. Für tägliche Fahrstrecken von 50 bis 80 km ist das mehr als genug, und die meisten Nutzer laden daher nur ein- oder zweimal pro Woche.
Längere Strecken verlangen zwar etwas Planung, sind aber keineswegs ein Abenteuer. Auf 600 Kilometern reicht meist ein kurzer Ladestopp – vorausgesetzt, man startet vollgeladen und bei milden Temperaturen. Der Kia EV3 lädt an einer 150-kW-Säule in etwa 31 Minuten von 10 auf 80 Prozent, gerade genug Zeit für einen Kaffee, einen Toilettengang und ein paar Schritte. Mit Apps wie Electromaps, A Better Route Planner und Plugshare lassen sich Standorte, Ladegeschwindigkeit, Auslastung und Tarife bereits im Voraus checken.
Kniffliger wird es bei den Kosten. Eine Nachtladung zu Hause schlägt beim großen Kia EV3 mit 5 bis 8 Euro für 420–500 km zu Buche. Ein vergleichbarer Benziner würde auf dieser Strecke 35 bis 45 Euro schlucken. Öffentliches Schnellladen kostet mehr – etwa 0,40 bis 0,69 Euro pro kWh –, ist damit aber immer noch sparsamer als Benzin.
Mit der Zeit verändert sich das Fahrerlebnis grundlegend. Die Rekuperation wird schnell zur zweiten Natur: Fuß vom Fahrpedal nehmen, und das Fahrzeug verzögert und wandelt die Bewegungsenergie zurück in Strom. Danach wirkt ein Verbrenner geradezu vergeuderisch, weil er die Fahrdynamik einfach verpuffen lässt.
Vor dem Kauf eines E-Autos stellt sich nicht die Frage, ob die Batterie versagt, sondern wo es die meiste Zeit Strom bekommt. Mit einer Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz verschwinden die anfänglichen Bedenken rasch im Alltag. Ohne eigenen Anschluss bleibt das E-Auto praktikabel, verlangt aber deutlich mehr Planung bei Routen, Tarifen und Ladezeiten.