08:39 11-05-2026
Lotus Eletre: Geelys erstes E-Auto in Kanada
Die Geely-Gruppe ist offiziell in Kanada gestartet – allerdings nicht unter eigenem Namen. Das erste Fahrzeug, das sie dort einführt, ist der Lotus Eletre, ein elektrischer Crossover der britischen Marke, die jetzt unter dem Dach von Geely steht.
Der Eletre wird in Geelys Werk in Wuhan gebaut. Für Kanada setzt das einen wichtigen Präzedenzfall: Ein in China montiertes Auto hat die kanadischen Sicherheitsstandards bestanden und ist bereits auf dem Weg zu den Händlern. Ein Handelsabkommen zwischen Kanada und China hilft ebenfalls: Es erlaubt bis zu 49.000 chinesische E-Autos pro Jahr zu einem reduzierten Zollsatz von 6,1 %.
Statt einem günstigen Elektroauto für den Massenmarkt kommt der Lotus Eletre als Premium-Vorzeigemodell für Geelys Fähigkeiten. Die Basisversion leistet 603 PS, das Topmodell Eletre R bringt es auf bis zu 905 PS. Die WLTP-Reichweite liegt bei rund 600 km, die maximale Schnellladeleistung bei 350 kW.
Technisch gesehen ist das kein klassischer leichter Lotus wie der Elise. Der Eletre wiegt leer über 2.565 kg, verfügt aber über Luftfederung, Hinterachslenkung und ein aktives Wankstabilisierungssystem. Mit anderen Worten: Die Marke versucht, ihr sportliches Image zu wahren – nur in Form eines großen elektrischen Crossovers.
Derzeit sind die Auslieferungen gering – über ein Netzwerk von sechs Lotus-Händlern. In den kommenden Monaten könnten sechs weitere Händler dazukommen. Als Nächstes könnten BYD, Chery und andere Marken nach Kanada kommen, während Geely selbst Lynk & Co, Zeekr, Volvo und die Hauptmarke Geely in der Pipeline hat.
Für Kunden markiert dies den Beginn einer neuen Wettbewerbsdynamik: Chinesische E-Autos kommen nicht nur über günstige Modelle, sondern direkt über eine Premiummarke wie Lotus. Und dieser Ansatz wirkt viel sanfter, als Geely von Grund auf neu zu starten.