17:25 12-05-2026
Neues Update für Land Rover Defender 110 mit Kapitänssesseln
Der Land Rover Defender 110 erhält erneut ein Update – und diesmal geht es über reine Kosmetik hinaus. Ein Prototyp wurde beim Testen gesichtet: andere vordere und hintere Stoßfänger, überarbeitete Tagfahrleuchten und ein kleiner Dachspoiler.
Die eigentliche Neuerung steckt im Innenraum. Der Defender 110 könnte die dreisitzige Rückbank durch zwei Einzelsitze in der zweiten Reihe ersetzen. Solche Kapitänssessel gab es bisher nur im längeren Defender 130. Für den 110 ist das ein bedeutender Schritt: Er wandelt sich vom reinen Arbeitsgerät zum gehobenen Angebot für Käufer, die im Fond Komfort suchen, ohne gleich in einen Range Rover umzusteigen.
Das letzte Update kam im Mai des vergangenen Jahres. Damals brachte es neue Scheinwerfer mit kleinerem Projektor und zusätzliche Sicherheitssysteme, um die europäischen GSR2-Richtlinien zu erfüllen. Nun macht JLR offenbar den nächsten Zug, um den Defender gegen eine Reihe neuer Konkurrenten konkurrenzfähig zu halten.
Der Druck auf den Defender wächst. Der neue BMW X5, ein überarbeiteter Mercedes-Benz GLE und chinesische Modelle wie der Denza B5 stehen in den Startlöchern. Jeder hat seinen eigenen Charakter, aber im Premiumsegment zählen zunehmend nicht nur Offroad-Fähigkeiten, sondern auch Komfort, Technik und der Eindruck von Neuheit.
Trotzdem bleibt der Defender das stärkste Modell von JLR. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/2026 verkaufte das Unternehmen 107.132 Defenders an Endkunden. Zum Vergleich: Der Range Rover kam auf 66.993 Einheiten, der Range Rover Sport auf 74.059. Der Rückgang des Defender im Jahresvergleich betrug lediglich 2,9 Prozent – trotz eines Cyberangriffs, der im Herbst 2025 die Produktion und Zulassungsprozesse bei JLR beeinträchtigte.
Dieses Update ist also keine Rettungsaktion, sondern vorbeugende Pflege. Der Defender verkauft sich gut, aber bis 2026 wird der Legendenstatus allein nicht mehr reichen. Käufer wünschen sich einen SUV, der außen robust auftritt, innen aber immer mehr wie eine gehobene Business-Class-Lounge auf großen Rädern wirkt.