15:54 20-05-2026

Alpina wird eigenständige Marke mit eigenem Design und Philosophie

BMW-Chefdesigner van Hooydonk stellt klar: Alpina wird kein reines Ausstattungspaket, sondern eine eigenständige Marke mit eigenem Design und V8. Erste Serienmodelle kommen 2024 auf Basis des 7er.

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BMW hat keine Absicht, ALPINA zu einer reinen Ausstattungsvariante für teure Modelle zu machen. Adrian van Hooydonk, Chefdesigner der BMW Group, präzisierte auf dem Concorso d'Eleganza Villa d'Este, dass die Marke ein eigenes Designteam, eine separate Philosophie und größere Autonomie innerhalb des Konzerns erhalten wird.

Die neue ALPINA soll fast das Gegenteil von BMW M werden. Während M zunehmend auf aggressive Stoßfänger, knallige Farben und Rennstrecken-Tauglichkeit setzt, geht ALPINA den Weg der „leisen“ Geschwindigkeit. Hooydonk formulierte es deutlich: ALPINA richte sich an Kenner – Menschen, die gern schnell fahren, aber nicht der Außenwelt signalisieren wollen, dass sie ein Rennwagen gekauft haben.

alpine-cars.co.uk

Einen ersten Vorgeschmack auf den neuen Stil gibt das ALPINA Vision Car, das auf der Plattform des BMW 8er Gran Coupé basiert. Das Konzept zeigt eine scharfe Sharknose, inspiriert vom ALPINA B7 Turbo Coupé auf Basis des E24, ein abfallendes Heck, neue 20-Speichen-Räder, ovale Auspuffendrohre, lackierte Seitenstreifen und die obligatorischen gelben Tagfahrleuchten.

Auch technisch will ALPINA ernst machen. Van Hooydonk bestätigte, dass ein V8 zur Modellpalette gehören wird, mit einer angestrebten Höchstgeschwindigkeit von rund 300 km/h. Das Fahrwerk ist nicht nur auf Speed, sondern auch auf Langstreckenkomfort ausgelegt – die Idee: schnell und weit zu fahren, ohne dass das Auto zum harten Rennspielzeug wird.

Im nächsten Jahr kommen die ersten Serienmodelle der neuen ALPINA-Ära, sie basieren auf dem BMW 7er. Mit kompakteren Nachfolgern wie B3 oder B5 ist zunächst nicht zu rechnen; BMW setzt bewusst an der Spitze an und wird die Palette schrittweise erweitern. Der Konzern will den Markt nicht mit ALPINA-Modellen in jedem Segment fluten, stattdessen ist geplant, die Stückzahlen etwas unter der Nachfrage zu halten.

Auch eine kühnere Möglichkeit ist denkbar: ALPINA könnte künftig eigenständige Modelle bekommen, die nicht direkt auf bestehenden BMWs basieren. Das wäre eine klare Abkehr vom bisherigen Tuner-Format. Falls BMW sein Versprechen hält, wird ALPINA nicht bloß ein „teurerer BMW“ sein, sondern eine eigenständige Alternative für alle, die schnelles Fahren ohne die protzige Aggressivität von M suchen.