17:46 31-05-2026

Kia-Designer sehen das Auto, bevor es existiert — und die Tonmodelle ahnen Böses

Kia bringt Apple Vision Pro per NVIDIA CloudXR und Autodesk VRED ins Designstudio. Autos in Originalgröße, bevor das erste Modell gefräst wird.

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Kia hat nicht gewartet. Während die Konkurrenz Tonmodelle dreht und Proportionen per Videoanruf diskutiert, haben die Koreaner die Apple Vision Pro mitten ins Herz ihres Designstudios gesetzt. Nicht als hippes Präsentationsspielzeug — als Arbeitsgerät. Über NVIDIA CloudXR und Autodesk VRED betrachten Ingenieure und Designer künftige Autos in Originalgröße, lange bevor das erste Modell den Fräser berührt.

Der Clou: keine Kompromisse. Das komplexe 3D-Modell wird nicht auf eine dürre Version eingedampft, nur damit es ins Headset passt. Das Rendering läuft auf starken RTX-Workstations oder in der Cloud, die Apple Vision Pro liefert das Ergebnis mit minimaler Latenz und maximaler Schärfe. Der Designer sieht Proportionen, Flächen, Farbe, Reflexionen und Materialien, als stünde das Auto schon daneben. Und man kann es umrunden.

Für Kia ist das ein Treffer auf den teuersten Teil der frühen Entwicklung. Endlose Abstimmungen, Teams, die zwischen Kontinenten pendeln, Zwischenmodelle, die in einer Woche geboren und beerdigt werden. Jetzt können globale Studios dasselbe Modell im gemeinsamen Raum diskutieren und schneller erkennen, wo die Karosserie schwer wirkt, wo die Dachlinie mit dem Heck streitet und wo die gewählte Farbe die Form bricht.

© kianewscenter.com

Kias globaler Designchef Karim Habib formulierte die Idee unverblümt: „Die Integration immersiven räumlichen Computings in unseren Arbeitsprozess mit NVIDIA CloudXR für visionOS erlaubt uns, unsere Entwürfe in voller Größe mit größerer Klarheit und Geschwindigkeit auf der Apple Vision Pro zu bewerten.“ Laut Habib können die Teams Proportionen, Flächen, Farben und Materialien gemeinsam in einer realen Umgebung sehen und in Echtzeit zusammenarbeiten.

Physische Prototypen sind damit nicht abgeschafft. Das Auto muss weiterhin angefasst, die Spaltmaße geprüft, die Ergonomie ausprobiert und der Eindruck auf echter Straße unter echter Sonne beurteilt werden. Doch frühe Fehler dürften deutlich seltener werden und der Weg von der Idee zur freigegebenen Form — kürzer. Und genau das ist entscheidend. Chinesische Marken bringen neue Modelle in beunruhigendem Tempo heraus, und in diesem Rennen ist Zeit zu sparen keine schöne Technologie — sondern Überleben.

Für den Käufer heißt das eine einfache Sache. Häufigere Updates. Mutigere Innenräume. Weniger Kompromisse zwischen der Idee des Designers und dem, was am Ende vom Band läuft. Die Brille zeichnet die Autos noch nicht selbst. Aber strittige Entscheidungen lassen sich jetzt erkennen, bevor sie zu teurem Blech werden.