01:00 01-06-2026
Eine Bambus-Lounge auf Rädern, die trotzdem über Felsen krabbeln will
Summit Vans hat aus einem Mercedes Sprinter AWD 2025 ein bambusverkleidetes Offroad-Heim mit Garage für zwei E-Bikes gemacht. Der Bamboo Basecamp startet bei 160.000 Dollar.
Es sieht so aus, als hätten die Australier beschlossen zu beweisen, dass ein Camper gleichzeitig Designer-Lounge und ernsthaftes Expeditionsmobil sein kann. Bamboo Basecamp von Summit Vans ist genau dieser Fall. Die Basis — ein Mercedes-Benz Sprinter AWD 2025 mit 170 Zoll Radstand. Innen — fast komplett Bambus. Außen — alles, was man braucht, um dorthin zu fahren, wo der Asphalt längst aufgehört hat.
Der Expeditionscharakter ist auf den ersten Blick zu sehen. Offroad-Reifen, verstärktes Van Compass Stage 2.3 Fahrwerk mit einstellbaren Falcon-Stoßdämpfern, verstärktes Heck, zulässige Gesamtmasse von 4.100 auf 4.430 kg angehoben. Auf dem Dach — ein großer Träger, eine 4-Meter-Markise von Fiamma, eine LED-Lichtleiste, eine StarLink Mini Antenne, eine Dometic-Klimaanlage, ein Maxxair-Lüfter und vier Solarpaneele zu je 200 Watt.
Die Details, die einen Aufbauer verraten, der an echte Touren gewöhnt ist, sind überall. Hinten — eine integrierte Reserveradhalterung mit Weldbeat-Leiter. Vorne — ein Roambuilt-Stoßfänger mit zwei kräftigen Bergungspunkten. Dazu Trittbretter, ein externer Mission-4x4-Tisch, Wasser- und Stromanschlüsse. Werksplastik, Schweller, Frontstoßfänger und Radlaufverbreiterungen sind mit einer Truck-Bed-Liner-Beschichtung überzogen — damit die Karosserie nicht bei jedem Stein und Ast auf dem Trail zusammenzuckt.
Der Name Bamboo Basecamp ist kein Marketing-Zufall. Im Innenraum — Bambusmöbel, eine Bambusleisten-Decke mit eingelassenen LED-Streifen, ein heller gewebter Boden und graue Wände, bespannt mit Warwick-Outdoor-Stoff. Schwarze Beschläge und weiße Arbeitsplatten setzen Kontraste, der offene Grundriss ohne Trennwand zwischen Fahrerhaus und Wohnbereich macht den Raum sichtbar leichter.
Hinter der Schiebetür — ein Nasszelle mit verspiegelter Tür. Drinnen eine Handbrause und eine Clesana-Toilette mit heißverschweißten Beuteln. An den Wänden L-Track für nasse Ausrüstung, und ein unterer Lüftungskanal verwandelt die Duschkabine in eine Trockenkammer. Die Küche ist nicht für hübsche Kaffeebilder gemacht, sondern für echtes Leben unterwegs. Ein tiefes Edelstahlspülbecken, eine tragbare Induktionsplatte, ein Klapptisch, eine ausziehbare Kaffeestation, Schränke und Schubladen.
Gegenüber steht ein hoher Block mit 175-Liter-Thetford-Kühlschrank, kleinem Gefrierfach, Mikrowelle, Regalen, Schubladen und Kleiderschrank. Das Bett liegt hoch — und das ist die zentrale Entwurfsentscheidung. Darunter wartet eine riesige Garage.
Auf der verstärkten Ausziehplattform finden zwei vollwertige E-Bikes Platz. Zugang gibt es von außen und von innen. Wegen des hohen Bettes braucht es eine kleine Leiter — dafür bleibt unten der Raum erhalten, den Camper dieser Größe sonst meist verschenken.
Das Energiesystem ist auch kein Witz. Ein 820-Ah-Batterieblock, ein 3.000-Watt-Wechselrichter-Lader, Laden über Solar, Landstrom und Generator, dazu DC-DC-Laden vom Motor während der Fahrt. Das Wassersystem umfasst einen 90-Liter-Frischwassertank, einen 45-Liter-Grauwassertank und eine Außendusche. Eine Dieselheat-DH9-Dieselheizung übernimmt Luft- und Wasserheizung.
Diese Version startet bei 160.000 Dollar, inklusive Fahrzeug. Das ist viel. Aber im Markt der AWD-Sprinter-Expeditionsaufbauten, wo Projekte regelmäßig in die Sechsstelligkeit klettern, wirkt die Zahl gar nicht mehr so verrückt.
Bamboo Basecamp will kein Hochglanz-Camper für die sozialen Netzwerke sein. Sein Anliegen ist einfacher und ehrlicher — weit weg, mit den Bikes, von der eigenen Energie leben, und keinen Tag auf der Straße als Kompromiss verbuchen.