Brasilien hat seinen ersten Mild-Hybrid-Pick-up — natürlich von Fiat
Der Fiat Toro 2027 debütiert als erster Mild-Hybrid-Pick-up Brasiliens. Kein Stecker, 48-Volt-System, bis zu 11,7% weniger Verbrauch und 175 PS.
Brasilien hat soeben seinen ersten Mild-Hybrid-Pick-up bekommen — und natürlich ist es ein Fiat. Der überarbeitete Toro 2027 eröffnet nicht nur die MHEV-Ära im lokalen Segment, sondern feiert zugleich 50 Jahre Fiat im Land. Zufall? Wohl kaum.
Unter der Haube arbeitet das bewährte 1,3-Liter-Turboaggregat Turbo 270 Flex (Benzin oder Ethanol — die Wahl liegt beim Fahrer) zusammen mit einem brandneuen 48-Volt-Riemenstartergenerator. Er ersetzt den herkömmlichen Anlasser samt Lichtmaschine und steuert 16 PS sowie bis zu 65 Nm bei — genau dort, wo ein Turbomotor am meisten leidet: im unteren Drehzahlbereich, solange der Lader noch schläft. In der Stadt spürt man den Unterschied sofort.
Die von Fiat versprochenen Einsparungen sind moderat, aber ehrlich: 11,1% weniger Verbrauch mit Benzin und 11,7% weniger mit Ethanol gegenüber dem normalen Turbo 270 Flex. Die Leistung des Verbrenners bleibt unverändert — 175 PS auf Benzin, 182 PS auf Ethanol, 270 Nm bereits ab 1750 U/min. Das Getriebe ist eine 6-Stufen-Automatik. Und ja, anders als der größere Diesel-Toro 2.2 Multijet II mit 9-Stufen-Automatik und Allradantrieb bleibt die Hybridversion Frontantriebler. Nicht fürs Gelände — für die Stadt.
Und jetzt das Beste — keine Steckdosen. Keine einzige. Die 0,85-kWh-Batterie lädt sich selbst, indem sie Energie beim Bremsen und Verzögern zurückholt. Das Start-Stopp-System schaltet den Motor schon vor dem vollständigen Stillstand ab und weckt ihn fast ohne Verzögerung wieder auf. Bei geringer Last koppelt sich der Motor sogar komplett vom Getriebe ab, während die 48-Volt-Batterie einen Teil der elektrischen Verbraucher übernimmt. Leise, unaufgeregt, kabellos.
Für das Ganze verlangt Fiat 197 490 Reais für den Volcano und 206 490 für den Ultra (rund 35 300 und 36 900 US-Dollar zum aktuellen Kurs). Die Einstiegsversionen Endurance und Freedom beginnen bei 167 490 bzw. 177 490 Reais, die Diesel-Varianten Volcano und Ranch starten bei 220 490 bzw. 238 490. Die gesamte Toro-Palette bewegt sich zwischen 29 900 und 42 600 US-Dollar.
Volcano und Ultra bekommen einen 10,1-Zoll-Infotainmentbildschirm mit kabellosem Apple CarPlay und Android Auto, ein 7-Zoll-Digitalkombi, eine Zweizonen-Klimaautomatik und einen schlüsselfreien Zugang. Der Toro selbst — in manchen Märkten als Ram 1000 bekannt — basiert auf einer Plattform, die er sich mit Jeep Renegade und Compass teilt, und bleibt souveräner Segmentführer in Brasilien.
Der Witz an dieser Geschichte ist nicht, dass der Toro plötzlich zum Elektroauto geworden wäre — das wollte er nie. Fiat hat es schlauer angestellt: Elektrifizierung genau dort eingeführt, wo sie tatsächlich greift. Weniger Verbrauch im Stau. Weichere Anfahrten. Und kein einziger Stecker. Im Ernst.