Pavel Pavlov

Tata Tiago facegeliftet — innen Zukunft, unter der Haube Vergangenheit

Neues Cockpit, kabelloses CarPlay und Android Auto, USB-C mit 65 W. Klingt nach Upgrade. Bis man unter die Haube schaut.

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Der Tata Tiago 2026 ist in einer neuen Dekade angekommen — aufgefrischter Innenraum, neue Elektronik, kabelloses CarPlay und Android Auto. Klingt nach Komplettsanierung. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt die alten Schwachstellen sofort wieder.

Das indische Tiago-Facelift hat das Wichtigste erledigt: Der Billigwagen-Eindruck ist weg. Das Armaturenbrett wurde neu gezeichnet, die Verkleidung ist jetzt hellgrau, die Mittelkonsole komplett neu. Hintere Belüftungsdüsen, eine Mittelarmlehne, ein USB-C-Anschluss mit 65 W — Kleinigkeiten, die aber genau den Unterschied zwischen einem „billigen Auto“ und einem „günstigen Auto“ ausmachen.

Die Top-Versionen des Tiago tragen jetzt Ausstattung, die noch vor wenigen Jahren der Klasse darüber vorbehalten war: ein 10,25-Zoll-Infotainment-Display, ein digitales Kombiinstrument, kabelloses Android Auto und Apple CarPlay, kabelloses Laden, eine 360-Grad-Kamera und Toter-Winkel-Warner. Für einen Stadtfloh ist das keine reine Ausstattungsliste mehr. Das ist eine Ansage.

Auf der Straße ist der Tiago weiterhin in seinem Element. Kompakte Maße, leichte Lenkung, hervorragende Übersicht — Stau und Parkplatzsuche werden zur Nebensache. Das Fahrwerk ist auf Komfort getrimmt, das überarbeitete Schaltgetriebe und die AMT arbeiten beide vorhersehbar. Ein Auto für jeden Tag. Ohne Allüren — und genau darin liegt seine Stärke.

Jetzt das Unangenehme. Der 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner ist für die Stadt in Ordnung. Aber im Vergleich zur Konkurrenz verliert er beim Laufkomfort: Er vibriert im Leerlauf, klingt beim Hochdrehen rau. Kein K.-o.-Kriterium, aber auch nicht das, was man nach dem frisch polierten Cockpit erwartet.

Die zweite Überraschung — keine verstellbaren hinteren Kopfstützen und keine Sitzbelegungssensoren hinten. Und das bei sechs Airbags und Stabilitätskontrolle ab Werk. Ein seltsamer Punkt zum Sparen, wo es eigentlich nicht mehr nötig wäre.

Zuvor wurde berichtet, dass der Skoda Kodiaq PHEV die luxuriöse Exclusive-Version erhalten hat.

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