Der Sprinter, der die Straße der Bequemlichkeit vorzog
AdventureBumss baut den Sprinter AWD ohne Spüle und Sanitär. Dafür mit Starlink-Platz, Wandelbett und Elektrik, die in der Einöde nicht streikt.
Vergessen Sie Marmorarbeitsplatten und rollende Duschkabinen. AdventureBumss hat einen Camper vorgestellt auf Basis des Mercedes-Benz Sprinter AWD von 2021 mit 4.320 mm Radstand. Und nein, das ist nicht die Sorte Ausbau, in der irgendwo ein Küchenblock und ein Weinkühler stecken. Hier gilt eine andere Logik: weiter fahren, mehr mitnehmen, in der Pampa nicht liegenbleiben.
Von außen zeigt der Sprinter sofort, wohin die Reise geht. Andere Felgen, Geländereifen, eine Avatar-Skibox am Heck, eine Reserveradhalterung mit Leiter, ein Vanspeed-Dachgepäckträger und zwei Solarpaneele mit je 100 W. Halterungen für Starlink und Zusatzausrüstung sind vorbereitet — nichts wird improvisiert. Im Stoßfänger sitzen Baja Designs Nebelscheinwerfer, und die Karosserieverbreiterungen erlauben, das Bett quer im Innenraum zu stellen. Kleinigkeit? Nicht für jemanden, der schon mal diagonal in einem Van geschlafen hat.
Innen setzt man auf Einfachheit und Volumen. Die Vordersitze drehen sich nach hinten, hinter dem Fahrersitz sitzt ein Klapptisch mit Steckdosen, und durch Boden, Wände und Decke ziehen sich L-Track-Schienen. Daran lässt sich alles befestigen: Schränke, Taschen, Fahrräder, Ausrüstungsboxen. Eine Küche gibt es nicht. Das klingt nach einem Todesurteil für lange autarke Touren — bis man bedenkt, wie viel Platz Spüle, Wassertank und Sanitärinstallation tatsächlich fressen. Vom Gewicht ganz zu schweigen. Und von den Defekten.
Hinten steht ein modulares Van-Essential-Bett aus vier Paneelen. Große Schlaffläche — bitteschön. Sofa — in einer Minute fertig. Mini-Essecke — auch das geht. Darunter wartet eine offene Garage mit doppeltem Zugang: aus dem Innenraum und von draußen. Die Elektrik ist eine ernste Sache: 24-Volt-Architektur, 200 Ah Lithium-Batterie, 3.000-Watt-Wechselrichter und Ladung über Solar, Landstrom und Generator. Nur eine Frage bleibt offen — was das Ganze kostet. AdventureBumss hat keinen Preis genannt. Und solche Sprinter sind nie billig — auch ohne Küche.