Pavel Pavlov

Familienvans versagen dort, wo es für Familien am meisten zählt

Vier beliebte US-Vans scheitern am neuen IIHS-Test. Die Schwachstelle sitzt in der zweiten Reihe — und der Honda Odyssey schneidet am schlechtesten ab.

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Experten haben die Sicherheit von vier beliebten Minivans des US-Marktes verglichen — Chrysler Pacifica, Honda Odyssey, Kia Carnival und Toyota Sienna. Und das Ergebnis ist eine unangenehme Überraschung für Fahrzeuge, die man eigentlich genau für die Familie kauft. Als bester im Gesamtergebnis wurde der Toyota Sienna eingestuft, doch das gesamte Segment musste sich harte Fragen gefallen lassen — und sie alle drehen sich um den Schutz der Passagiere in der zweiten Reihe.

Das Hauptproblem hängt mit dem aktualisierten Frontal-Crashtest des IIHS mit moderater Überdeckung zusammen. Bewertet wird nun nicht mehr nur der Fahrer, sondern auch der Passagier in der zweiten Reihe — ein Dummy, der ein 12-jähriges Kind oder einen kleinen Erwachsenen simuliert. Und das ist keine Formalität mehr, sondern ein reales Risiko, das man bislang einfach übersehen hat.

Laut IIHS erhielten der Toyota Sienna, der Chrysler Pacifica und der Kia Carnival in diesem Test die Note „grenzwertig“, der Honda Odyssey sogar nur „ungenügend“. Keines der Modelle schaffte auch nur ein „akzeptabel“, geschweige denn ein „gut“. Das Ergebnis: Für die höchsten IIHS-Auszeichnungen kommen die Familienvans nach aktuellen Anforderungen nicht in Frage.

Am schlechtesten schneidet im Vergleich der Honda Odyssey ab. Im Test wurden hohe Belastungen auf Kopf und Nacken des hinteren Passagiers gemessen, und der Gurt ließ den Dummy zu nah an die Rückenlehne des Vordersitzes gleiten — faktisch also ein Kopfanprall. Chrysler Pacifica und Kia Carnival sind etwas besser, aber auch nicht gut: erhöhte Gurtkräfte, und beim Pacifica versagte in einem Testlauf zusätzlich der seitliche Kopfairbag. Ein Detail, das jemanden das Leben kosten kann.

Auch der Toyota Sienna blieb nicht ohne Kritik: Im neuen Test rutschte der hintere Dummy unter den Beckengurt. Aber in der Summe der Faktoren steht der Sienna besser da als die Konkurrenz. Er hat „sehr gut“ bei der kleinen Überdeckung, „sehr gut“ beim Seitenaufprall und zusätzlich eine hohe Bewertung für die Scheinwerferleistung.

Das Fazit liegt auf der Hand. Wer einen Familienwagen aussucht, sollte nicht nur auf die Zahl der Airbags und Assistenzsysteme schauen, sondern auf die tatsächlichen Crashtest-Ergebnisse — und zwar für jede Sitzreihe einzeln. Wer hinten mitfährt, verdient nicht weniger Schutz als der Mensch am Steuer.

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