Vlad Komarov

Über eine Million Jeeps könnten im Stand Feuer fangen — und eine Lösung gibt es noch nicht

Stellantis ruft so viele Jeeps zurück wie selten zuvor. Der Grund? Ein Defekt in der Lenkpumpen-Verkabelung, der das Auto sogar in der Garage in Brand setzen kann.

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Stellantis hat einen der beunruhigendsten Rückrufe des Jahres angekündigt. Betroffen sind mehr als 1,3 Millionen Jeep Wrangler und Gladiator der Modelljahre 2021–2025 — und Halter rund um den Globus sollen ihre Fahrzeuge schon jetzt weit weg von Gebäuden und anderen Autos abstellen.

Schuld ist eine elektrische Verbindung in der Verkabelung der elektrohydraulischen Lenkhilfepumpe. Tritt der Fehler auf, überhitzt die Baugruppe — und alles, was in der Nähe liegt, kann Feuer fangen. Das Schlimmste daran: Das Auto muss dafür nicht einmal in Bewegung sein. Ein Brand kann auch an einem geparkten Jeep mit ausgeschalteter Zündung entstehen.

Die geografische Verteilung ist beunruhigend. Auf die USA entfallen rund 1,08 Millionen Fahrzeuge. Etwa 106.000 stehen in Kanada, 23.000 in Mexiko, weitere rund 125.000 sind auf anderen Märkten verteilt. Stellantis spricht von einem möglichen Verletzungsfall — Unfälle oder Todesopfer sind dem Konzern bislang nicht bekannt.

Was machen die Händler? Das hängt vom einzelnen Auto ab. Manche Jeeps bekommen nur eine Prüfung der Verkabelung, anderen wird der gesamte Kabelbaum getauscht, und in manchen Fällen ersetzen die Werkstätten sogar die komplette elektrohydraulische Lenkhilfepumpe. Eine endgültige Lösung will Stellantis spätestens im Juli vorlegen.

Für Wrangler und Gladiator trifft dieser Rückruf da, wo es richtig wehtut. Diese Autos werden für ihre Robustheit gekauft und für das ehrliche Vertrauen in die Technik darunter. Jetzt ergibt sich ein seltsames Paradox: ein Geländewagen, mit dem man bedenkenlos durch den Matsch pflügt, wird plötzlich zum Fahrzeug, das man sich nicht traut, über Nacht in der eigenen Einfahrt stehen zu lassen.

B. Naumkin