Dmitry Yakin

Der neue Hyundai i20 will SUV-Käufer noch einmal umdrehen

Der neue i20 ist vor seinem Brasilien-Debüt aufgetaucht. Größerer Kofferraum, dicker schwarzer Plastikrand, Crossover-Attitüde. Vom alten Hatchback bleibt nichts.

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Hyundai hat das geschafft, womit kaum jemand gerechnet hat: Der wichtigste Hatchback der Marke sieht jetzt fast aus wie ein Crossover. Bilder des komplett neuen i20 der vierten Generation sind vor der Weltpremiere in Brasilien durchgesickert, und vom flachen, kantigen Vorgänger ist nichts mehr übrig. Stattdessen steht da ein kompakter Hatchback mit Crossover-Beplankung, großen Rädern und einem deutlich praktischeren Kofferraum.

Vorn bekommt der neue i20 ein Lichtband, das in Y-förmige Tagfahrlichter übergeht, zweigeteilte LED-Scheinwerfer im Pixel-Look und einen überarbeiteten Stoßfänger mit massiver schwarzer Unterkante. Auf den Bildern ist auch ein ADAS-Radar klar zu erkennen — die Assistenten dürften also spürbar ernsthafter ausfallen als bisher. Seitlich fallen die 17-Zoll-Zweifarbenräder und der dicke schwarze Kunststoff an Radläufen und Türen auf. Hinten verbindet ein schmales LED-Band die C-förmigen Rückleuchten.

Die Maße sind noch nicht offiziell, doch Autocar India schreibt, der i20 der vierten Generation werde wahrscheinlich größer als sein Vorgänger. Den Kofferraum kennen wir schon — 346 Liter. Das sind 35 Liter mehr als beim aktuellen indischen i20. Für einen Kleinwagen ist das ein deutlicher Sprung: Hyundai versucht offen, Käufer zu halten, die mit kompakten SUVs liebäugeln, aber nicht den vollen Crossover-Preis zahlen wollen.

© Autocar India

Der Innenraum rückt näher an die neuen Hyundai- und Kia-Modelle heran. Vor dem Fahrer sitzt ein geschwungenes Panel mit einem 10,25 Zoll großen digitalen Kombiinstrument und einem größeren Infotainment-Bildschirm, der vermutlich 12,3 Zoll misst. Das Lenkrad ist neu — mit drei Speichen, beleuchtetem „H“-Logo im Morsecode und Schaltwippen. Die Klimabedienung ist vertikal angeordnet, mit Touch-Tasten und einem eigenen Drehknopf für die Gebläsestufe. Hinten gibt es eine 60:40 geteilte Rückbank, verstellbare Kopfstützen und Dreipunktgurte für alle Mitfahrer. Der einzige Wermutstropfen? Keine Mittelarmlehne.

Zu den Motoren gibt es noch keine offiziellen Angaben. Erwartet wird, dass der i20 den 1,2-Liter-Sauger mit 84 PS und den 1,0-Liter-Turbo mit 120 PS behält; in einigen Märkten könnte es zudem eine 100-PS-Variante geben. Parallel arbeitet Hyundai an einem neuen 1,2-Liter-Turbo, ob er unter der Haube des i20 landet, ist allerdings offen.

Für Brasilien sind fünf Ausstattungslinien angekündigt: Comfort, Limited, X Line, Platinum und Ultimate. Spannend wird Indien. Sollte der neue i20 dort tatsächlich antreten, muss er sich nicht nur mit Baleno und Altroz auseinandersetzen, sondern auch mit der ganzen Mode der Mini-SUVs, die den Markt längst umgekrempelt hat.

Hyundai hat den i20 nicht einfach aufgefrischt. Die Koreaner haben einen Hatchback gebaut, der den Käufer noch einmal eine Minute zögern lassen soll, bevor er in ein SUV-Autohaus geht. Ob es funktioniert — wissen wir sehr bald.

Autocar India