In fünf Jahren von Null bis Mailand — Bontu schreibt die Spielregeln neu
Das hat keiner kommen sehen: Chinas Mikro-Stromer rollen jetzt nach Europa. Bontu enthüllt seine Palette in Mailand — und umgeht dabei elegant die EU-Zölle.
Das hat keiner so schnell erwartet. Chinas Mikro-Stromer sind keine ferne Kuriosität mehr — sie sind in Europa angekommen. Shandong Bontu New Energy Vehicle Industry, erst vor fünf Jahren im chinesischen Xintai (Provinz Shandong) gegründet, hat seine europäische Modellpalette ausgerechnet in Mailand vorgestellt. An Bord: zwei elektrische Minicars und ein kompakter Transporter in drei Varianten — Pick-up, Truck und Cargo. Die Preise? Bleiben vorerst geheim.
Eine pikante Randnotiz: In China heißt die Marke Bentu, doch für Europa wählte man das klangvollere Bontu. Und legt sofort los. Alle drei Modelle sind nach EU-Verordnung 168/2013 in den Klassen L6e und L7e homologiert — formal also Leichtfahrzeuge, die den chinafeindlichen EU-Zöllen entkommen. Ein cleverer Schachzug.
Der Star der Familie ist der BTE05. Ein Stadtfloh von gerade einmal 3 Metern Länge, wahlweise als Zwei- oder Viersitzer. Leistung: 13 bis 20 kW nominal, 20–30 kW Spitze. Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h — für enge europäische Altstädte mehr als genug. Die Batterien mit 13,9 und 18,1 kWh sollen 170 beziehungsweise 222 km Reichweite ermöglichen.
Der BTE09 zielt auf die ganz junge Kundschaft — im Wortsinn. Die L6e-Version, gedrosselt auf 45 km/h, darf bereits mit 14 Jahren gefahren werden, die flottere L7e-Variante (75 km/h) ab 16. Reichweite: 130 oder 150 km, Ladezeit drei Stunden. Eine Alternative zum Roller — nur eben mit Dach über dem Kopf.
Der gewerbliche BTE03 deckt die „letzte Meile“ ab. Nutzlast 340 kg, Batterie 8,35 kWh, Reichweite 80–100 km. Kleinunternehmern verspricht Bontu lächerlich niedrige Betriebskosten, null lokale Emissionen und eine Garantie von drei Jahren oder 50.000 km. Für Kuriere und Pizzaboten — wie gemacht.