Synthetikkraftstoff war die Rettung des Verbrenners — bis jemand nachgerechnet hat
Synthetische Kraftstoffe versprechen die Rettung des Verbrenners nach 2035. Doch ein Blick auf die Zahlen lässt den Traum zerplatzen.
E-Fuels werden als Rettungsanker für den Verbrennungsmotor nach 2035 verkauft. Klingt großartig — bis man sich die Zahlen anschaut. Und die Zahlen kennen keine Gnade.
Die Produktion von E-Fuels beginnt mit erneuerbarem Strom. Zuerst gewinnt man durch Elektrolyse Wasserstoff, dann wird CO2 aus der Luft eingefangen und zusammen mit dem Wasserstoff zu flüssigem Treibstoff synthetisiert. Eine lange, mehrstufige Kette — und jede Stufe frisst ihren Anteil an Energie. Bis der Kraftstoff im Tank landet, sind nur noch rund 40% der ursprünglichen Elektrizität übrig.
Und dann wird es richtig bitter. Ein Verbrennungsmotor verwandelt etwa ein Drittel der Treibstoffenergie in tatsächliche Bewegung. Der Rest verpufft als Wärme — in die Luft, ins Nichts. Das Endergebnis? Das Auto nutzt rund 15% des erneuerbaren Stroms, mit dem alles begann. Fünfundachtzig Prozent — unterwegs vernichtet.
Was bedeutet das in der Praxis? Für 100 km auf E-Fuels braucht man rund 150 kWh sauberen Strom. Ein moderner Stromer schafft dieselbe Strecke mit 15–20 kWh. Ein fast zehnfacher Unterschied — den kein noch so fortschrittlicher Verbrenner schließen kann.
Der Preis ist der zweite Schlag. Experten beziffern den künftigen Literpreis auf 4 bis 6 Euro. Ein 50-Liter-Tank kostet damit 200 bis 300 Euro. Bereit, das für einen Wochenendtrip zu bezahlen?
Wo gehören E-Fuels also wirklich hin? Dorthin, wo Batterien noch nicht mithalten können: Motorsport, Sammler-Sportwagen, Luftfahrt, Schifffahrt. Überall, wo extreme Energiedichte gefragt ist oder Elektrifizierung schlicht nicht funktioniert. Für den Massenmarkt der Pkw sieht E-Fuel aus wie Luxus ohne Zukunft.