Dmitry Yakin

Ein paar Zeilen Code schlagen Dutzende Kilo Metall — und Koenigsegg hat es soeben bewiesen

Der schwedische Hypersportwagen knackt zwei Serienrekorde auf unpräparierter Piste. Das Geheimnis ist kein neuer Motor — sondern ein Software-Update aus der Luft.

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Am 6. Juni, dem schwedischen Nationalfeiertag, hat Koenigsegg den Jesko Absolut erneut in eine Rekordmaschine verwandelt. Auf der alten F10-Startbahn in Ängelholm stellte der Hypersportwagen gleich zwei Serienrekorde auf: die Viertelmeile in 8,54 Sekunden und die halbe Meile in 12,76 Sekunden.

Doch die Zeiten sind nicht einmal das Eigentliche. Entscheidend ist, was an der Ziellinie passierte. Der Jesko Absolut überquerte die Viertelmeile mit 305 km/h — und wurde damit das erste Serienauto der Geschichte, das auf dieser Distanz die 300-km/h-Marke knackte. Auf der halben Meile waren es bereits 373 km/h. Und das alles nicht auf einem präparierten Dragstrip, sondern auf einer ganz normalen, unvorbereiteten Piste — mit Heckantrieb und Serienreifen.

Am Steuer saß Werkstestfahrer Markus Lundh, jede Zahl protokollierte das Racelogic-VBox-Messsystem. Die spannendste Wendung aber ist die Frage, woher der Zuwachs kam. Nicht aus einem neuen Motor. Nicht aus einer leichteren Karosserie. Aus Software — einem überarbeiteten Algorithmus der Traktionskontrolle und einer neu kalibrierten 9-Gang-Light-Speed-Transmission. Koenigsegg will das Update den bisherigen Jesko-Absolut-Besitzern per Funk ausliefern — ohne Werkstattbesuch, ohne einen einzigen Eingriff in die Mechanik.

© koenigsegg.com

Die Technik blieb dabei völlig unverändert: Der 5,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern leistet weiterhin bis zu 1600 PS auf E85. Die Version Absolut unterscheidet sich von der trackorientierteren Variante Jesko Attack nicht durch Abtrieb, sondern durch niedrigen Luftwiderstand und konsequente Auslegung auf Höchstgeschwindigkeit. Dieser Hypersportwagen ist nicht für die Kurven der Nürburgring-Nordschleife gebaut, sondern für die Gerade, wo Aerodynamik und Traktion mehr zählen als Flügel.

Für die Käufer solcher Maschinen ist ein Rekord kein praktischer Nutzen, sondern ein Nachweis ingenieurtechnischer Macht. Für den Markt aber ist er wichtiger, als er aussieht. In einer Zeit, in der elektrische Hypersportwagen wie der Rimac Nevera R die Beschleunigungswerte souverän abräumen, erinnert Koenigsegg daran: Heckantrieb, Verbrenner und kluge Software können die absoluten Zahlen auf der Geraden immer noch holen.

Der Jesko Absolut wurde nach dem Update nicht zu einem neuen Auto. Er hat einfach bewiesen, dass manchmal ein paar Zeilen Code Dutzende Kilo Metall wert sind.

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