Skoda Peaq hielt Hitze und Frost stand — und steht jetzt kurz vor der Enthüllung
Das neue Elektro-Flaggschiff von Skoda trotzte Arizonas Hitze und −40 °C jenseits des Polarkreises. Premiere am 23. Juni.
Skoda hat den Peaq in die finale Testphase vor dem Marktstart geschickt, und die Zahl, mit der die Marke prahlt, wiegt schwerer als jeder Teaser. Vor dem Debüt am 23. Juni legten die Prototypen mehr als 1,5 Millionen Kilometer auf drei Kontinenten zurück. Dieses große Elektro-SUV wird nicht für eine Show vorbereitet — es wird für das echte Leben vorbereitet.
Der Peaq wird Skodas neues Flaggschiff und basiert auf der MEB+-Plattform der Volkswagen Group. Bis zu sieben Sitze, über 600 km Reichweite, neue effiziente Elektromotoren, adaptives DCC-Fahrwerk. Im Grunde ist es eine direkte Antwort nicht auf City-Stromer, sondern auf die Schwergewichte des Familiensegments — Kia EV9, Hyundai Ioniq 9, Peugeot E-5008 und Volvo EX90.
Die Prototypen wurden nicht auf glattem Asphalt bewegt. In der Wüste Arizonas standen die Autos monatelang unter der prallen Sonne und fuhren in glühender Hitze — die Ingenieure beobachteten, wie sich Lack und Kunststoff hielten, wie die Batterie kühlte, wie sich Bremsen und Fahrwerk verhielten. Auf Staub und Schotter prüfte man die Abdichtung des Innenraums und die Widerstandsfähigkeit der Karosserie gegen Steinschlag. Dann — der Gegenpol. Etwa 200 km nördlich des Polarkreises, bei Temperaturen bis −40 Grad Celsius. Schöne Bildschirme spielen dort keine Rolle. Es geht darum, ob das Auto anspringt, ob die Scheiben enteisen und was die Batterie mit der Reichweite anstellt.
Skoda schweigt auch nicht über virtuelle Tests auf Hochleistungsrechnern. Doch das überzeugt den Käufer nicht. Ein großes Familien-Elektro-SUV muss Autobahn, schlechte Straßen, Frost, Hitze, volle Beladung und lange Strecken gleichermaßen wegstecken. Die Schwachstelle eines EV liegt nicht im Sprint. Sie liegt im Winterverhalten: wie schnell sich der Innenraum aufwärmt und wie viele echte Kilometer die Batterie unter Last noch hergibt.
Im Innenraum verspricht der Peaq niedrigen Geräuschpegel, ein neues Sonos-Audiosystem und die typischen Simply-Clever-Lösungen. Eine davon — Wischerblätter mit integrierten Düsen, die erstmals an einem Skoda-Modell zum Einsatz kommen. Ein kleines Detail, aber für ein großes Familien-SUV ein logisches: weniger Schmutz auf der Scheibe bedeutet weniger Ermüdung am Steuer.
Für Märkte ohne offiziellen Skoda-Support taugt der Peaq eher als Maßstab dafür, wie ein europäisches Familien-Elektro-SUV aussieht, als zum offensichtlichen Massenkauf. Ohne Händlernetz, klare Batteriegarantie und ausgebaute Schnellladeinfrastruktur konkurriert ein solches Auto nicht nur mit dem Kia EV9 oder Volvo EX90 — sondern mit deutlich praktischeren Hybriden und großen chinesischen SUVs.
Sein Design ohne die Premieren-Verpackung hat der Peaq noch nicht gezeigt. Doch 1,5 Millionen Kilometer Testfahrt setzen die Latte: Skoda will keinen schillernden EV-Showact verkaufen, sondern ein Familienauto, das jeden Tag arbeiten muss.