Bentley legt die Latte höher — und nur 100 Menschen weltweit werden es jemals merken
Mulliner bringt eine Bespoke Series auf nur 100 Exemplare. Sechs exklusive Farben, zweifarbige Innenraumeinlagen, individuelle Nummerierung — und ein Preis, der den normalen GT S wie ein Schnäppchen wirken lässt.
Bentley legt beim Continental GT S noch eine Schicht Exklusivität drauf. Die Abteilung Mulliner hat die Bespoke Series vorgestellt — eine limitierte Kollektion von gerade einmal 100 Fahrzeugen, ausschließlich für Coupé und Cabriolet des GT S.
Die Logik stammt nicht aus der Autobranche, sondern aus der Welt der Luxusmode: saisonale Drops, limitierte Auflagen, vorab kuratierte Farben und Materialien. Für die erste Serie stehen sechs Karosserie-Töne bereit: Bright Ruby Red, Manuka Orange, Spectral Verdant, Midnight Prism Pearlescent, Snow Quartz und Salerno Blue. Über die Karosseriemitte läuft ein lackierter Beluga-Streifen mit Perlglanzeffekt, dazu kommen schwarze 22-Zoll-Räder mit selbstausrichtenden Naben.
Im Innenraum setzt Mulliner auf die Details — genau das, wofür solche Autos gekauft werden. Das primäre Leder ist Jet Black, das sekundäre Beluga, und die Karosseriefarbe taucht erneut am Lenkradmarker, in der Stickerei, am Gangwähler und an Sitzdetails auf. Statt der üblichen Karbon- oder Holzapplikationen in diesem Segment gibt es zweifarbige Paneele: ein lackierter Einsatz in Wagenfarbe, kombiniert mit Beluga, getrennt durch dunkle Chromlinien. Jedes Exemplar erhält eine individuelle Seriennummer am Armaturenbrett und an den Einstiegsleisten, spezielle Mulliner-Labels und eine Markenabdeckung.
An der Technik hat sich nichts geändert — und das ist auch gut so, denn die Basis war schon vorher die richtige. Der Continental GT S steht zwischen dem normalen GT und dem GT Speed: ein Hybrid mit 4,0-Liter-V8, 680 PS und 930 Nm, 0–100 km/h in 3,5 Sekunden, Spitze 306 km/h. Im reinen Elektromodus verspricht Bentley bis zu 80 km. Dazu aktives Fahrwerk, Allradantrieb, Hinterachslenkung, elektronisches Sperrdifferenzial und ein 48-Volt-System gegen Wänken.
Der Preis ist nicht offiziell, die Richtung aber klar. In den USA startet der normale Continental GT S bei rund $300.000, das Cabriolet liegt etwa $30.000 darüber. Und das ist vor jeder Personalisierung. Die Bespoke Series wird mit ziemlicher Sicherheit spürbar darüber liegen — Mulliner verkauft keine PS, sondern Seltenheit und das Gefühl, dass der Nachbar diesen Bentley garantiert nicht hat.
Vor dem Hintergrund von Rolls-Royce, Aston Martin und Ferrari ist die Strategie nachvollziehbar. Der superreiche Käufer zahlt immer weniger für nackte Sekunden und immer mehr für die Geschichte des konkreten Exemplars. Bentley hat das einfach in ein Format gepackt, das seine Kunden von Uhren, Kleidung und Schmuck-Drops bereits kennen.