Vlad Komarov

Kia Soul EV mischt das Ranking auf und sprengt jede einfache Erklärung

Insurify hat die E-Autos gefunden, deren Fahrer am häufigsten Unfälle bauen, Strafzettel kassieren und betrunken am Steuer sitzen. Einer der Spitzenreiter ist eine echte Überraschung.

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Wer hätte gedacht, dass Amerikas „gefährlichstes“ E-Auto kein Tesla und nicht einmal ein Supersportler ist? Der Versicherungsvergleichsdienst Insurify hat die unschöne Seite der Elektromobilität offengelegt: schnelle Beschleunigung und schweres Fahrzeug vertragen sich nicht immer mit Fahrerdisziplin. An der Spitze des Negativ-Rankings stehen der GMC Hummer EV und der Dodge Charger Daytona EV — keine Überraschung. Doch die dritte Zeile sorgt für Stirnrunzeln: der Kia Soul EV.

Der Hummer EV liefert die schlechtesten Zahlen der gesamten Studie: 7,5 % der Halter bekamen Strafzettel, 8,3 % waren in Unfälle verwickelt, und die Quote der Trunkenheitsfahrten erreichte beachtliche 6,4 %. Der Dodge Charger Daytona EV folgt dicht dahinter — 7,0 %, 7,7 % und 5,4 %. Auch das ist kaum ein Schock. Beide E-Autos sind um das Bild roher Gewalt gebaut: enormes Gewicht, aggressives Ansprechverhalten, mehr Leistung, als die Straße braucht. In so einem Wagen fühlt sich der Fahrer schnell als König des Asphalts.

Doch der Kia Soul EV sprengt die bequeme These vom ‚PS-Problem‘. Er kommt auf 7,1 % Strafzettel, 6,5 % Unfälle und 4,8 % Trunkenheitsfahrten. Direkt daneben: der Chevrolet Bolt mit 4,8 %, 4,6 % und 4,2 %. Keines dieser Autos sieht aus wie ein Straßenrowdy. Sie haben aber ein anderes Publikum — junge, sparsame Käufer, und genau diese Gruppe geht statistisch häufiger Risiken am Steuer ein. Schlechte Statistiken entstehen also nicht nur aus Motorleistung. Manchmal — aus der Frage, wer am Steuer sitzt.

Es gibt auch echte Sonderfälle. Der BMW i5 zeigt eine moderate Strafzettelquote von 4,6 %, aber eine überraschend hohe Unfallquote von 6,7 %. Der Chevrolet Blazer EV kommt auf 6,2 % Strafzettel und 7,0 % Unfälle. Vielleicht greifen seine Halter etwas zu gern in das gewaltige E-Drehmoment.

Und der Tesla Cybertruck? Den Sprung in die Top 3 des Negativ-Rankings hat er nicht geschafft, obwohl er wie ein offensichtlicher Kandidat wirkte. Seine Zahlen: 4,9 % Strafzettel, 5,4 % Unfälle und 1,4 % Trunkenheitsfahrten. Zum Vergleich: das Model 3 ist sogar unfallträchtiger mit 5,9 %, aber nur 0,4 % seiner Fahrer wurden alkoholisiert erwischt. Das Model Y liegt noch tiefer — 0,3 %.

Für Käufer sind solche Rankings keine reine Kuriosität. Versicherer beobachten das Fahrverhalten je nach Modell sehr genau, und eine schlechte Statistik kann die Prämie spürbar nach oben treiben. Besonders bei schweren, teuren E-Autos, wo selbst ein kleiner Vorfall zu einer ernsten Rechnung wird: Batterie, Aluminium-Karosserieteile, ADAS-Sensoren und Elektronik-Kalibrierung kosten ein Vielfaches dessen, was eine Reparatur an einem normalen Massen-Crossover ausmacht.

A. Krivonosov