Endlich ein elektrischer RZ für alle, denen der normale RZ zu langweilig ist
Der RZ600e F SPORT Performance ist der schärfste RZ überhaupt — 426 PS, Carbon-Aero, 0–100 in 4,4 s. Ab 12,165 Millionen Yen. Aber nur in Japan, und ein Limit gibt es nicht.
Lexus hat aus dem elektrischen RZ nicht einfach eine teure Variante gemacht, sondern eine Machtdemonstration. Der RZ600e F SPORT Performance bringt 426 PS, Carbon-Aerodynamik, einen Sprint auf 100 km/h in 4,4 Sekunden — und einen Vertriebsradius, der an der japanischen Grenze endet. Die Geschichte hier handelt nicht von der Leistung an sich, sondern davon, dass Lexus erstmals einen elektrischen Crossover für jene gebaut hat, denen der normale RZ zu brav ist.
Die Basis liefert der RZ550e F SPORT, doch die Systemleistung steigt von 300 auf 313 kW. Nach der alten Lexus-Indexlogik entspricht das in etwa einem 6,0-Liter-Saugmotor — daher das Kürzel 600e. Innen stecken zwei Elektromotoren mit jeweils 167 kW, vorn und hinten. Der Zuwachs wirkt moderat, wurde aber nicht durch neue Motoren erreicht, sondern durch eine Neukalibrierung der Batterie-Abgabeleistung. Das Paket drumherum hat es in sich: Carbon-Aerodetails, ein großer Heckflügel, 20-Zoll-Bremsscheiben hinter 21-Zoll-Felgen von Enkei, eine um 20 mm tiefergelegte Karosserie sowie Reifen in 255/40 R21 vorn und 295/35 R21 hinten. Die Batterie hat 76,96 kWh, die WLTC-Reichweite liegt bei 525 km.
Spannend: Das Serienauto entspricht fast eins zu eins dem RZ Sport Concept vom Tokyo Auto Salon 2023 — und ist sogar stärker, denn der Prototyp hatte nur 150 kW pro Achse. Lexus holte den Kunstflieger Yoshihide Muroya — den ersten Asiaten mit Gesamtsieg in der Red Bull Air Race World Championship — und den Rennfahrer Masahiro Sasaki an Bord, der in Super Taikyu und auf dem Nürburgring fährt. Daher der Fokus auf Aerodynamik und Stabilität, nicht nur auf Beschleunigung. Bei einem schweren Elektro-SUV ist das die richtige Zone: Die Batterie bringt das Gewicht ohnehin mit, und ohne Reifen, Bremsen und Abtrieb wird Leistung schnell zur reinen Marketingzahl.
Der Preis in Japan startet bei 12,165–12,44 Millionen Yen, also rund 78 100–79 900 US-Dollar. Verkaufsstart bei japanischen Lexus-Händlern ist der 2. März 2026. Gegenüber BMW iX, Mercedes EQE SUV und Audi Q8 e-tron punktet Lexus nicht mit Display-Flächen oder Rekord-Reichweite, sondern mit Fahrwerksabstimmung und einem Aero-Kit aus einer anderen Liga. Der Haken: Eine Auflagenbegrenzung gibt es nicht, aber verkauft wird ausschließlich in Japan. Einen globalen Marktstart hat Lexus bislang nicht bestätigt.
Der RZ600e hat einen merkwürdigen Reiz. Lexus hat einen elektrischen Crossover gebaut, den man nicht kauft, weil er praktischer wäre als der normale RZ, sondern weil er zum ersten Mal aussieht wie ein Auto für alle, denen der normale RZ zu ruhig ist. Die Ironie: Ausgerechnet diesen RZ — den interessantesten der ganzen Baureihe — behalten die Japaner für sich.