Gleicher Rahmen, zwei Charaktere — Tuning-Lehrstunde ohne einen einzigen Anbauteil
MJ Motorsports verzichtet auf Frontschutzbügel und Dachscheinwerfer. Die Hawaii-Schmiede setzt auf weiße Karosserien, das richtige Lift-Kit und ernste Reifen — und das reicht.
Zwei weiße SUV auf einer Plattform — und völlig unterschiedliche Charaktere. Lexus GX 550 und Toyota Land Cruiser stehen auf der gleichen Leiterrahmen-Architektur TNGA-F, doch nach dem Besuch bei MJ Motorsports sehen sie aus wie zwei Antworten auf eine Frage: Wie soll ein moderner Geländewagen aussehen, wenn man alles Überflüssige weglässt?
Die Hawaii-Schmiede aus Waipahu hat aus den Autos keine Messeexponate mit Winden, Expeditionsträgern und halbem Dach voller Lichtleisten gemacht. Der Plan war ein sauberer Auftritt: weißer Lack, die richtige Sitzposition, große Räder und böse Geländereifen. Und wissen Sie was? Das hat gereicht.
Der Lexus GX 550 bekam den kontrastreicheren Stil. Er steht auf einem Ready-Lift-Kit von 1,5 Zoll — rund 38 mm. In den Rädern stecken 22-Zoll-Schmiederäder Vossen HFX-4 in Schwarz, 9,5 Zoll breit, montiert auf Toyo Open Country R/T Trail in 275/50 R22. Die schwarzen Akzente knallen gegen den weißen Lack und rücken den GX optisch näher an einen teuren Stadt-SUV, der trotzdem ernsthafte Reserven fürs Gelände mitbringt.
Der Toyota Land Cruiser wirkt praktischer und rüder. Für ihn wählte man 17-Zoll-Method-Race-Wheels MR709, 8,5 Zoll breit mit ET +25, und Toyo Open Country R/T Trail in 285/70 R17. Den Platz für diese Räder schuf ein Eibach-Liftkit von 3 Zoll — etwa 76 mm. Anders als beim Lexus sind die Felgen hier nicht schwarz, sondern poliert. Das Bild wirkt weniger Premium — dafür tourentauglicher.
Auch unter der Haube gibt es Unterschiede — und sie sind beträchtlich. Der Lexus GX 550 für die USA hat einen 3,4-Liter-Biturbo-V6 mit 349 PS und 649 Nm. Der Toyota Land Cruiser für den nordamerikanischen Markt kommt ausschließlich mit dem Hybrid i-Force Max: 2,4-Liter-Turbo plus Elektrifizierung ergeben in Summe 326 PS und 630 Nm. Die Wahl zwischen beiden ist also nicht nur eine Stilfrage.
Der GX steht für Leistung und Status, mit Premium-Akzent. Der Land Cruiser ist rationaler, schlichter im Auftritt und näher am klassischen Offroad-Szenario — besonders mit den kleineren Rädern und den dickeren Reifen. Beide Projekte beweisen eine einfache Sache. Tuning eines Leiterrahmen-SUV muss nicht schwer sein. Manchmal reichen die richtige Höhe, die richtigen Räder und das richtige Gummi — und das Auto sieht sofort bereit aus für alles, was nach dem Asphalt kommt.