Pavel Pavlov

Er fährt ohne Auspuff — und ist trotzdem kein Elektroauto

Kein Auspuff, kein stundenlanges Laden, 826 km Reichweite und fünf Minuten Tanken. Hyundai bringt den NEXO der zweiten Generation zur BIMOS 2026 — auf einem Stand, der um Müll herum gebaut ist.

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Ein Elektroauto ohne Auspuff — schön, kennt man. Aber ein SUV, das mit Wasserstoff fährt, die Leistung eines Sportwagens abruft und in fünf Minuten vollgetankt ist — das ist eine andere Hausnummer. Auf der Automesse BIMOS 2026 in Busan zeigt Hyundai genau so ein Auto: den NEXO der zweiten Generation. Er steht in einer eigenen NEXO-Zone, die der Hersteller frei als „Labor des Nutzungskreislaufs“ übersetzt.

© A. Krivonosov für Tarantas.news

Die Standgestaltung wirkt fast wie aus einem Kinderbuch. An der Wand zeigt eine Comic-Grafik, wie weggeworfene Äpfel und anderer Abfall in eine Waste-to-Hydrogen-Anlage wandern, dort zu Wasserstoff werden und anschließend im Tank des Autos landen. Hinter dieser verspielten Inszenierung steckt aber eine sehr ernste Idee von Hyundai und HTWO: Wasserstoff aus organischen Abfällen gewinnen — aus Lebensmittelresten, Gülle, sogar Klärschlamm. Klingt verrückt. Genau so stellt sich Hyundai aber die Zukunft des Kraftstoffs vor.

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Der NEXO selbst ist das neue Serien-Wasserstoff-SUV. Hyundai präsentierte es im Frühjahr 2025 auf der Seoul Mobility Show und legte später vor dem globalen Marktstart die kompletten technischen Daten nach. Die Karosserie wurde kantiger, vorne sitzt ein schmales horizontales Lichtband, dazu H-förmige Tagfahrlichter und Pixelgrafik im Stil der jüngsten Markenmodelle.

Unter dem Blech hat sich aber alles geändert. Die Systemleistung des neuen NEXO beträgt 190 kW, also 258 PS. Von null auf 100 km/h schafft es der Crossover in 7,8 Sekunden — anderthalb Sekunden schneller als der Vorgänger. Der Wasserstoff wird in drei Type-IV-Tanks bei 700 bar gelagert, der Gesamtvorrat beträgt 6,69 kg. Reichweite nach WLTP — angegeben mit 826 km. Tankvorgang — rund fünf Minuten. Das ist der eigentliche Trumpf des Wasserstoffautos gegenüber einem klassischen Elektroauto: kein stundenlanges Laden, sondern ein kurzer Stopp wie an einer normalen Tankstelle.

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Wichtig an der Busan-Präsentation ist die Erzählweise. Hyundai versucht Wasserstoff nicht mit komplizierten Formeln zu erklären, sondern mit einem fast alltäglichen Bild: Aus deinem Müll wird Treibstoff, danach fährt das Auto hunderte Kilometer ohne ein Gramm Abgas. Klingt wie Science-Fiction. Doch eine unbequeme Frage bleibt — werden solche Tankstellen wirklich in der Nähe der Käufer entstehen? Bis das geklärt ist, hängt das Schicksal des NEXO in der Schwebe: Symbol einer neuen Ära oder teure technische Kuriosität.

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