Kia rollt ein Konzept aus, das wie aus Gran Turismo entkommen wirkt
Der Vision Meta Turismo landet in Busan mit Joystick-Schalthebel, AR-Brille und drei digitalen Modi. Leistung, Akku und Reichweite? Kia verrät nichts.
Auf der BIMOS 2026 in Busan hat Kia den Vision Meta Turismo enthüllt — ein goldenes viertüriges Konzept, das nicht wie ein künftiges Showroom-Modell aussieht. Es wirkt eher wie ein Auto, das aus einem Rennsimulator gefallen ist. Das Konzept war schon zum 80. Geburtstag von Kia in Korea und auf der Milan Design Week zu sehen, doch in Busan wird es zum Hauptmagneten des Markenauftritts.
Und das Spannendste — es gibt keine Zahlen. Keine einzige. Kia schweigt bewusst zu Leistung, Akkukapazität, Reichweite und Sprintzeit. Statt eines Datenblatts präsentiert man eine neue Designsprache für elektrische GT: nach vorn versetzte Kabine, riesige Verglasung, ein fast keilförmiger Körper, Kameras statt Spiegel und gewaltige Räder mit beleuchteter Grafik. Live betrachtet wirkt der Vision Meta Turismo wie ein harter Bruch mit den Proportionen von EV6 und EV9. Als käme er aus einer ganz anderen Marke.
Der Innenraum ist noch seltsamer. Der Fahrer bekommt ein Lenkrad wie von einer Spielkonsole, einen virtuellen Schalthebel in Joystick-Form und drei separate Modi: Speedster, Dreamer und Gamer. Der erste simuliert emotionales Fahren mit Launch Control und GT Boost, der zweite setzt auf Augmented Reality für die Stadt, der dritte verwandelt das geparkte Auto in einen Gaming-Raum — samt Sim-Racing auf der Windschutzscheibe. Der Beifahrersitz ist als Lounge-Kapsel ausgeführt und lässt sich im Stand drehen.
Doch der Vision Meta Turismo ist nicht als fertiges Auto für den Händlersaal gedacht. Er ist eine Ideenprüfung. Kia will Elektroautos das zurückgeben, was sie verloren haben — das Gefühl von Theater. Nicht einfach schnell von A nach B kommen, sondern eine Emotion spüren, einen Klang hören, ein Spiel erleben, ein digitales Szenario durchleben. Für eine Generation, die mit virtuellen Autos in Gran Turismo aufgewachsen ist, könnte das wichtiger sein als jede PS-Zahl auf dem Papier. Und genau so werden Elektroautos vielleicht in Zukunft verkauft.