Vergesst 208 und 2008 — dieser sperrige Peugeot schlaegt sie alle
Die Restwertprognose aus Deutschland ist da. Der Gewinner bei Peugeot ist nicht der 208 und auch nicht der 2008. Es ist ein Modell, das viele nicht ernst nehmen.
In Deutschland steht fest, welcher Peugeot nach drei Jahren am wenigsten Wert verliert. Es ist nicht der beliebte 208. Auch nicht der trendige 2008. Der überraschende Sieger heißt Peugeot Rifter — jener nutzwertige Hochdachkombi, den viele nicht einmal als richtigen Pkw wahrnehmen. Bei einer Laufleistung von 20.000 km im Jahr liegt der prognostizierte Restwert nach 36 Monaten bei 64,3%. Eine Marke, von der die meisten Crossover nur träumen.
Der Rifter kam 2018 auf den Markt und teilt sich die Technik mit Citroën Berlingo, Fiat Doblò, Opel Combo und Toyota Proace City Verso. Das Erfolgsrezept ist einfach: hoher Aufbau, riesiger Innenraum, echter Alltagsnutzen — und kaum Angebot auf dem Gebrauchtmarkt. Die Nachfrage ist da, die Autos sind es nicht. Die Elektroversion ist eine andere Geschichte. Ihr Wert liegt deutlich bescheidener bei 50,4%.
Die übrige Peugeot-Familie sieht daneben blass aus. Der Peugeot 208 schafft 53,9%, der 2008 kommt auf 51,2%, der 308 stolpert bei nur 47,3%. Die Elektrovarianten verlieren im Schnitt noch mehr von ihrem Neupreis. Das schwächste Ergebnis liefert der e-208 mit 42,9% nach drei Jahren. Die frischen e-3008 und e-5008 stehen etwas besser da — 48,0% und 48,4%. An den schlichten Rifter kommen sie trotzdem nicht heran.
Die Botschaft an alle Stilbewussten ist hart: Karosserieform und echte Praxis schlagen modische Silhouette. Crossover gelten als sichere Bank beim Wiederverkauf. Peugeot widerlegt diese Annahme gnadenlos. Der schlichte Rifter hängt alle ab. Und die E-Autos der Marke kommen ihren Verbrenner-Geschwistern bis heute nicht hinterher — nicht einmal bei den neuesten Modellen.