Der Honda NSX wird in Karbon neu geboren — und der Mann, der ihn verkauft, hat NSX im Blut
JAS Motorsport hat seine Vertriebspartner für den USA- und Kanada-Markt benannt. Hinter dem US-Partner steckt ein Name, der die NSX-Historie auf seltsame Weise schließt.
Die italienische JAS Motorsport hat entschieden, wem sie den Tensei in Nordamerika anvertraut — und die Wahl ist symbolisch. In den USA wird der seltene Supersportler von Graham Rahal Performance betreut, in Kanada von Pfaff Reserve. Tensei wird nicht als Showcar aufgebaut, das ein paar Events absolviert und in Privatsammlungen verschwindet. Er wird wie ein lebendiges Projekt behandelt — mit Service, Support und klar definiertem Vertriebsraum.
Tensei — auf Japanisch „Wiedergeburt“ — basiert auf dem Chassis des Honda NSX von 1990. Aber es ist kein weiterer Restomod mit frischer Lackierung und neuem Cockpit. Das Fahrwerk wurde komplett neu konstruiert, die Karosserie in Karbonfaser laminiert, und Pininfarina hat das Außen- und Innendesign gezeichnet. Die Serie ist auf 35 Fahrzeuge begrenzt. Das öffentliche Debüt ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Auch der US-Partner ist kein Zufall. Graham Rahal Performance wurde vom NTT-IndyCar-Series-Fahrer Graham Rahal gegründet, und für ihn ist der NSX keine abstrakte Ikone. „NSX hat in der Geschichte meiner Familie schon immer einen besonderen Platz gehabt. Mein Vater war an der Entwicklung des ersten NSX beteiligt, und ich selbst hatte die Möglichkeit, mit der zweiten NSX-Generation zu arbeiten. An diesem Projekt teilzuhaben bedeutet mir persönlich und beruflich viel, und die Chance, Tensei den Enthusiasten in ganz Nordamerika vorzustellen, ist für uns besonders wertvoll.“
Der Hinweis auf den Vater ist keine Höflichkeitsfloskel. Bobby Rahal — CART-Meister und Sieger des Indy 500 von 1986 — testete tatsächlich Prototypen des Original-NSX, zusammen mit Ayrton Senna und Satoru Nakajima. Der Kreis schließt sich elegant.
In Kanada fiel die Wahl auf Pfaff Reserve — einen Händler für seltene und exotische Automobile mit Standorten in Toronto und Vancouver. JAS-Motorsport-COO Mads Fischer begründete die Entscheidung so: „GRP und Pfaff Reserve verfügen über eine leidenschaftliche Kundenbasis, die mit Sammler- und Hochleistungsfahrzeugen für Straße und Rennstrecke bestens vertraut ist, sowie über nachweisliche Erfahrung im erstklassigen Kundenservice. Das passt perfekt zu unserer Tensei-Philosophie.“
Autos dieser Klasse leben nicht von Datenblättern. Sie leben vom Vertrauen in ihre Herkunft. Davon hat Tensei reichlich: den Original-NSX als Spender, italienisches Design, eine streng limitierte Auflage und Partner mit dem richtigen Publikum. Seine echten Rivalen sind nicht die neuesten Ferraris oder McLarens — es sind teure Restomods von Singer, Kimera und Evoluto, bei denen Käufer nicht für Sekunden bis 100 km/h zahlen, sondern für Seltenheit, Namen und Geschichte.
Und da liegt eine Karte auf dem Tisch, über die kaum jemand spricht. Die HP-X-Studie, aus der der Original-NSX hervorging, wurde 1984 von Pininfarina gezeichnet. Mehr als vierzig Jahre später nehmen die Italiener einen unvollendeten Satz wieder auf. Tensei ist keine Jagd nach der Vergangenheit. Es ist eine zweite Karriere für den NSX — zurückgegeben an jene, die schon am Anfang dabei waren.