Der neue CLA steht im Kaufhaus, und Mercedes schaut genau hin
Sechs Autos, zwei Händler, eine große Frage. Am 4. und 5. Juli zeigt Mercedes den preisgekrönten neuen CLA in einem Tokioter Kaufhaus — elektrisch, hybrid und als Shooting Brake.
Mercedes wählt einen Weg, den niemand erwartet hat. Der neue CLA kommt nicht über einen leisen Händlerstart nach Japan, sondern über eine öffentliche Präsentation mitten im Kaufhaus Tokyu Department Store Kichijoji. Das Kalkül ist simpel und clever — live zu prüfen, wie heiß das Interesse an einem Modell wirklich ist, das längst nicht mehr nur „der kleine schicke Mercedes“ sein will. Der CLA hat jetzt Elektroversionen, 48-Volt-Hybride und eine Shooting-Brake-Karosserie. Das ist nicht mehr der CLA von früher.
Die Sonderschau läuft am 4. und 5. Juli. Die Händler Mercedes-Benz Musashino und Mercedes-Benz Shakujii fahren gleich sechs Autos auf: CLA 200 with EQ Technology, CLA 220 Shooting Brake, Mercedes-AMG SL 43, E 220d, C-Class All-Terrain und GLB 200d. Und das ist keine reine Vitrine: Besucher dürfen die Wagen nicht nur aus der Nähe betrachten, sondern sich auch für eine Probefahrt anmelden.
Doch der eigentliche Star ist nur einer — der CLA der neuen Generation. In Europa kam er bereits 2025 auf den Markt und schnappte sich fast im selben Atemzug den Titel European Car of the Year 2026. In Japan soll die Palette breit ausfallen: eine coupéhafte Limousine und ein praktischer Shooting Brake, vollelektrische CLA 200 und CLA 250+ with EQ Technology sowie die Benziner CLA 180 und CLA 220 mit 48-Volt-Hybridsystem. Besonders betont Mercedes das neue MBUX — ein Multimedia, das weniger wie ein Menübildschirm und mehr wie ein Sprachassistent funktionieren soll, der einen auf halbes Wort versteht.
Die Bedeutung des CLA für Mercedes ist jetzt viel größer als früher. Die elektrische Version ist die direkte Antwort auf BMW i4, Tesla Model 3 und die kompakten EV, die Audi bald loslässt. Die Hybride lassen all jenen eine Hintertür, die ihre Mobilität noch nicht an die Ladeinfrastruktur hängen wollen. Und der Shooting Brake bringt, was die kompakte Premiumklasse fast nie bietet — ehrliche Praxistauglichkeit. Limousine zu eng? GLA oder GLB zu sehr SUV? Hier ist der dritte Weg.
Und genau darin liegt der Kern. Der neue CLA ist nicht deshalb spannend, weil er „nur noch ein Mercedes“ geworden ist. Er ist spannend, weil er die Weggabelung offenlegt, vor der die Marke jetzt steht: eine Karosserie — für zwei Welten zugleich. Für alle, die schon bereit fürs Elektroauto sind. Und für alle, die einen vertrauten Motor wollen, ohne den harten Sprung ins Ungewisse.