Der lange Dackel hat alles verraten, und jetzt steht der Sechssitzer da
Tesla neckte mit einem absurd langen Hund und brachte dann den Model Y L in die USA. Sechs Sitze, 325 Meilen Reichweite und ein Preis, der das abgelöste SUV unterbietet.
Der lange Dackel hat seinen Job erledigt. Tagelang neckte Tesla alle mit dem Foto eines unmöglich gestreckten Hundes, versehen mit dem Spruch „Looking forward to the long weekend“ und einer Launch-Edition-Marke am Halsband — und jetzt ist die Spannung vorbei. Der Konzern hat den Model Y L offiziell auf den Markt gebracht, die Langversion seines meistverkauften Crossovers. Vorerst — in den USA und Puerto Rico.
Die Launch Series beginnt bei 61.990 $. Dafür gibt es drei Reihen und sechs Sitze mit Kapitänssesseln in der zweiten Reihe, 325 Meilen Reichweite (rund 520 km) und einen Sprint von 0–60 mph in 4,4 Sekunden. Obendrauf kommt das typische Launch-Series-Paket: je ein Jahr FSD (Supervised), Supercharging und Premium-Konnektivität. Beim Start hat Tesla sichtlich nicht gegeizt.
Und das Timing ist kein Zufall. Anfang dieses Jahres stellte Tesla Model S und Model X ein — und stand damit ganz ohne großes SUV da. Die Lücke klaffte genau dort, wo Familien am meisten verlangen: viel Platz und eine dritte Reihe, aber ohne Flaggschiff-Preis. Der Model Y L stopft sie beinahe perfekt.
Vor Kurzem war davon noch keine Rede. Der Model Y L debütierte im September 2025 in China, wurde schnell zum Hit und verbreitete sich über ein Dutzend Märkte — von Australien bis Korea. Doch Elon Musk dämpfte die Euphorie immer wieder: In die USA komme der Wagen nicht vor Ende 2026, wenn überhaupt. Er kam — und früher als die meisten Prognosen.
Zölle machen den Import des Crossovers aus China schmerzhaft, also bleibt nur die lokale Fertigung. Laut autoevolution fiel die Wahl auf Giga Texas. Von dort rollt der erste amerikanische Model Y L.
Europa ist nicht weniger spannend. Der Model Y L ist für den hiesigen Markt bereits zertifiziert, und Tesla könnte ihn technisch aus China liefern — wie beim Model 3. Doch angesichts der geplanten Giga-Berlin-Erweiterung wirkt die europäische Fertigung schlüssiger: weniger Abhängigkeit von Zöllen und Logistik. Ein Debüt auf dem Kontinent könnte kurz bevorstehen.
Für Käufer ist das Fazit simpel: Der Model Y L ist ein praktischer, günstigerer Ersatz für den ausgemusterten Model X — besonders für Familien, die eine dritte Reihe brauchen, aber keinen Flaggschiff-Preis.