Dmitry Yakin

Ein Premium-SUV sollte nie über Schotter prügeln — Mazda ignoriert das

TCP MAGIC, Toyo Tires und Mazda schicken einen Diesel-CX-60 zur Rallye Hokkaido. Vergangenes Jahr fehlten beim Debüt nur Sekunden zum Sieg. Diesmal zählt vor allem eines: Daten für die Serienautos.

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Ein Premium-Crossover, das bedeutet normalerweise Leder, Stille und ein hübsches Bild im Showroom. Mazda hat sich anders entschieden. Gemeinsam mit dem Tuninghaus TCP MAGIC und TOYO TIRES ist der Rallye-MAGIC TY MAZDA CX-60 entstanden—und er wurde dorthin geschickt, wo ein polierter SUV schnell aufhört, ein Bild zu sein: in die japanische Serie XCR Sprint Cup Hokkaido.

Der Start ist für den 4.–6. September angesetzt: Die Crew geht beim sechsten Lauf der Rallye Hokkaido in der Region Tokachi an den Start. Und genau hier wird es spannend. Am Steuer sitzen keine eingekauften Stars, sondern Mazdas eigene Ingenieure, Kazuhiro Terakawa und Miyoko Ishikawa. Das ist kein Zufall. Die Marke inszeniert das Projekt bewusst nicht als Werbefahrt, sondern als Feldlabor: Daten unter härtesten Bedingungen sammeln—und sie direkt in die Serienautos übertragen.

Das Auto tritt in der Klasse XC-2S an. Im Kern steckt ein CX-60 mit dem Reihen-Diesel Skyactiv-D 3.3, für den Grip zum Untergrund sorgen Reifen vom Typ Toyo Open Country R/T. Die Serie XCR Sprint Cup Hokkaido gibt es seit 2022, ausgelegt ist sie auf Cross-Country-Fahrzeuge und SUVs. Das ist kein Asphalt-Schaufenster. Das ist eine Umgebung, die binnen weniger Wertungsprüfungen jede Schwachstelle ans Licht zerrt—Fahrwerk, Kühlung, Unterbodenschutz, Allrad-Abstimmung.

Und es ist nicht der erste Anlauf. Vor einem Jahr, beim Debüt auf genau dieser Rallye, fehlte dem CX-60 nur ein Wimpernschlag zum Sieg—Zweiter in der Klasse, gerade einmal 36 Sekunden hinter dem Führenden. Für einen Crossover, der zum ersten Mal auf den Wettbewerbs-Schotter geht, grenzt das an eine Sensation. Die Rückkehr 2026 wirkt also bis ins Detail schlüssig. Das Modell war von Anfang an als teurerer, technisch ehrgeizigerer Mazda-SUV angelegt: Längsbauweise, großer Diesel, Wette auf Fahrdynamik und das Gefühl eines „größeren“ Autos. Doch gerade solche Fahrzeuge leben und sterben mit der Feinabstimmung. Die Rallye prüft nicht nur die Robustheit. Sie zeigt, wie sich ein schwerer Crossover auf zerstörtem Untergrund verhält, unter langen Lasten und bei abrupten Grip-Wechseln—genau dort, wo die Marketingfolien verstummen.

Für jeden, der mit einem teuren Diesel-SUV liebäugelt, ist ein Rallye-Programm ehrlicher als jede Pressemitteilung. Es zählt nicht das schöne Gerede von Premium, sondern wie Fahrwerk, Diesel, Getriebe und Reifen schlechte Straßen überstehen. Wenn Mazda die Lehren aus der Rallye Hokkaido wirklich in die Serienautos trägt, gewinnen am Ende nicht nur die Rennfahrer.

mazda.jp