Ein 1156-PS-Elektro-SUV, das in 2,5 Sekunden auf 100 schießt — gratis zu bestaunen
Porsche gibt dem Cayenne Electric sein Japan-Debüt direkt an der Rennstrecke beim Tokyo E-Prix — 1156 PS, 2,5 Sekunden auf 100 km/h und kein Rennticket nötig, um ganz nah heranzukommen.
Porsche hätte den neuen Cayenne Electric auf einem faden Messestand im Scheinwerferlicht zeigen können. Stattdessen rollt die Marke das Auto mitten hinein ins Getümmel eines Nachtrennens. Der vollelektrische SUV feiert seine Japan-Premiere bei der Formel E in Tokio — am 25.–26. Juli, auf dem Kurs rund um das Tokyo Big Sight, im Rahmen des 2026 TDK Tokyo E-Prix. Und jetzt kommt das Entscheidende: Um den Wagen in echt zu sehen, braucht es kein Rennticket — er steht in der kostenlosen Fan-Village-Zone.
Der Schauplatz wurde nicht wegen des hübschen Bildes gewählt. Der Cayenne Electric muss eine einfache Sache beweisen: Ein großer elektrischer Porsche ist kein Familien-Crossover, dem man einfach eine Batterie eingebaut hat. Er ist der Transfer von Renntechnik in das profitabelste Segment der Marke. Damit der Wink auch ankommt, steht direkt daneben ein Rennwagen Porsche 99X Electric auf dem Stand. Der Vergleich mit der Formel E ist direkt in die Präsentation eingebaut — da gibt es nichts zu diskutieren.
Und jetzt die Zahlen — und die sind fast unanständig. Im Launch-Control-Modus leistet der Antrieb des Cayenne Turbo Electric bis zu 850 kW. Das sind 1156 PS und 1500 Nm. Null auf 100 km/h — 2,5 Sekunden. Null auf 200 km/h — 7,4 Sekunden. Spitze — 260 km/h. Im Normalmodus bleiben „nur“ 630 kW, also 857 PS, während die Push-to-Pass-Funktion für zehn Sekunden weitere 130 kW (176 PS) draufpackt. Für einen schweren SUV ist das bereits Supersportwagen-Terrain.
Die Basisversion ist spürbar ruhiger — doch schwach würde sie niemand nennen. 300 kW (408 PS) im Normalmodus und 325 kW (442 PS) bei Launch Control. Ein Drehmoment von 835 Nm, 0 auf 100 km/h in 4,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 230 km/h. Beide Versionen haben Allradantrieb mit dem elektronisch geregelten Porsche Traction Management.
Unter dem Boden sitzt eine neue Batterie mit 113 kWh und beidseitiger Kühlung. Die WLTP-Reichweite erreicht bis zu 642 km beim Cayenne Electric und bis zu 623 km beim Turbo. Die 800-Volt-Architektur erlaubt Gleichstromladen mit 390 kW, unter idealen Bedingungen sogar bis zu 400 kW. Von 10 auf 80 % füllt sich die Batterie in unter 16 Minuten. In zehn Minuten an der Säule holt man bis zu 325 km Reichweite bei der normalen Version zurück und 315 km beim Turbo.
Und hier ist das Detail, das diesen SUV endgültig mit der Rennstrecke verbindet. Die Rekuperation erreicht 600 kW — Formel-E-Niveau. Porsche behauptet, dass im Alltag bis zu 97 % der Bremsvorgänge allein von den Elektromotoren übernommen werden, ohne die mechanischen Bremsen zu bemühen. Für einen schweren Premium-SUV geht es dabei nicht nur um Effizienz. Es geht auch um die Lebensdauer von Bremsen, die kaum verschleißen.
Auf dem Markt tritt der Cayenne Electric gegen den BMW iX, den Mercedes-Benz EQE SUV, den Lotus Eletre und die kommende Welle großer elektrischer Chinesen an. Doch Porsche spielt nach eigenen Regeln. Nicht mit dem größten Bildschirm. Nicht mit dem Preis. Sondern mit einer Mischung aus Supersportwagen-Beschleunigung, schnellem Laden und dem Namen Cayenne — genau dem, der längst zur Gelddruckmaschine der Marke geworden ist.