Dmitry Yakin

430 PS und ein E-Motor an jeder Achse — und trotzdem verliert der BYD Shark gegen den Ford Ranger

Der chinesische Pick-up schlägt den Ford Ranger PHEV auf dem Papier — doppelte Elektroreichweite, 155 PS mehr. Doch ein Kilo-Detail kostet BYD die Mehrwertsteuer-Erstattung.

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BYD stürmt mit klarer Angriffshaltung in den britischen Pick-up-Markt. Offiziell zielt der Shark auf den Ford Ranger PHEV — doch der Chinese bringt Trümpfe mit, die der Rivale schlicht nicht hat: 430 PS, Allradantrieb, 0–100 km/h in 5,7 Sekunden und knapp 90 km rein elektrische Reichweite.

Der Einstiegspreis in Großbritannien liegt bei 47.290 £ — umgerechnet rund 63.161 $. Der Shark verkauft sich aber nicht über den Preis. Der Super Hybrid DMO kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit zwei Elektromotoren, je einer pro Achse. Die Hauptarbeit erledigen die E-Motoren, der Benziner arbeitet meistens als Generator. Das Gesamtdrehmoment beträgt rund 649 Nm. Der 32,2-kWh-Akku lädt mit bis zu 55 kW.

Der eigentliche Schlag gegen Ford steckt in den Zahlen. Der Ranger PHEV bringt es nur auf 275 PS und schafft rein elektrisch rund 43 km — weniger als die Hälfte des Shark. BYD nennt außerdem einen WLTP-Verbrauch von etwa 3,5 l/100 km, 2500 kg Anhängelast, 1200 Liter Ladefläche, die Fahrmodi Sand, Mud, Snow und Gravel, Bergabfahrhilfe und eine V2L-Funktion, mit der sich Werkzeug direkt vom Pick-up speisen lässt.

Doch da ist ein Haken, der für britische Flotten wichtiger ist als jede Beschleunigung. Der Shark trägt nur 790 kg auf der Ladefläche, während in Großbritannien die Schwelle für die Nutzfahrzeug-Einstufung bei exakt einer Tonne liegt. Es fehlen ein paar Hundert Kilo — und BYD verliert die Mehrwertsteuer-Erstattung für Geschäftskunden, die der Ranger PHEV behält. Auf dem Preisschild sieht es knapp aus, in der Realität kann der Ford für Flottenkunden deutlich günstiger werden.

Für Märkte ohne dichtes Ladenetz ergibt der Shark dagegen einen ganz anderen Sinn. Er ist kein reiner Elektro-Pick-up, sondern ein Hybrid mit ordentlicher E-Reichweite und Benzinreserve für lange Strecken — genau die Formel, die dort besser aufgeht als ein reines EV. Sollte der Wagen jemals über Parallelimporte in solche Regionen kommen, entscheiden am Ende nicht die 430 PS, sondern der Endpreis, die Garantie und der Restwert nach drei Jahren.

bydglobal.com