Japan fürchtet sich vor E-Autos, also baut Hyundai ein Sicherheitsnetz
Hyundai startet Premium Care in Japan mit 40% Restwertgarantie nach 4 Jahren, um EV-Käufer neben Toyota und Honda zu überzeugen.
Japan hat Angst vor Elektroautos – und Hyundai hat beschlossen, dass es Zeit ist, das nicht mit Rabatten, sondern mit einer Versicherung gegen sämtliche Zweifel auf einmal zu ändern. Das Unternehmen startet im Land sein Programm Premium Care, und das ist keine einmalige Aktion. Es ist der Versuch, alle wichtigen Sorgen der Käufer gleichzeitig auszuräumen: Wie viel verliert das Auto an Wert, was passiert, wenn es einem nicht gefällt, wie teuer wird der Service, und wie steht es mit der Versicherung. Vier Bausteine, eine Rechnung – aus einem zögerlichen japanischen Fahrer einen EV-Besitzer machen.
Der lauteste Punkt ist die Restwertgarantie. Für den Hyundai INSTER und den wasserstoffbetriebenen NEXO verspricht das Unternehmen 40 % nach 4 Jahren Besitz. Klingt nach einer trockenen Zahl. Doch auf einem Markt, auf dem Käufer nicht nur Ladestationen fürchten, sondern auch, was ihr Auto beim Wiederverkauf tatsächlich noch wert sein wird, ist das nahezu revolutionär. Besonders in Japan, wo Hyundai auf fremdem Terrain ein Nischenspieler bleibt – neben Toyota, Honda, Nissan und dem aggressiv expandierenden BYD.
Der zweite Baustein ist die „Zufriedenheitsgarantie“. Gefällt es nicht? Zurückgeben. Sind seit der Übergabe nicht mehr als 30 Tage vergangen und wurden nicht mehr als 1.000 km gefahren, kann das Fahrzeug unter den Bedingungen des Programms zurückgegeben werden. Ein einfacher Schritt – aber genau ein solcher senkt die psychologische Hürde für alle, die erstmals auf ein E-Auto oder ein Wasserstoffmodell umsteigen.
Das dritte Element ist das Hyundai Assurance Program. Es deckt die Basiswartung für die ersten 3 Jahre ab Zulassung ab, beim NEXO sogar für volle 4 Jahre. Das Paket umfasst Pflichtprüfungen, die Grundkosten der technischen Untersuchung, und beim IONIQ 5 zusätzlich den Austausch der Batteriekühlflüssigkeit bei der planmäßigen Prüfung.
Der vierte Teil ist Hyundais eigener Versicherungsplan. Er startet im August 2026 und erlaubt es, den Versicherungsschutz bei Vertragsverlängerung neu festzulegen. Im Grunde baut die Marke rund um das Auto ein Sicherheitspolster für den gesamten Besitzzyklus: kaufen, ausprobieren, warten, versichern und am Ende mit einer klaren Preisuntergrenze verkaufen.
Für den Markt ist das wichtiger, als es zunächst scheint. Hyundai kann in Japan nicht mit Stückzahlen punkten wie die einheimischen Marken – also verkauft die Marke stattdessen Berechenbarkeit. Und offenbar wird der Restwert im EV-Segment zu einem ebenso gewichtigen Merkmal wie Reichweite oder Ladeleistung.