Der Diesel stirbt nicht, er bekommt einen grünen Neustart
Totgesagte leben länger: BMW und Eni schließen sich zusammen, um Diesel-Flotten mit HVOlution zu betanken — fast 80 Prozent weniger CO2, ohne Motorumbau.
Den Diesel hat man schon mehrfach totgesagt. Doch BMW beweist gerade das Gegenteil. Der deutsche Autobauer und der italienische Energiekonzern Eni haben eine Vereinbarung zur Nutzung des Biokraftstoffs HVOlution in Firmenflotten getroffen — Diesel-BMWs sollen künftig mit einem Kraftstoff fahren, der deutlich weniger CO2 ausstößt. Betankt wird zunächst in Italien, dazu kommen Fahrten durch Deutschland und Österreich.
HVO steht für hydriertes Pflanzenöl, hergestellt aus erneuerbaren Rohstoffen. Enilive, die Eni-Tochter, verwendet dabei unter anderem gebrauchtes Speiseöl, tierische Fette und andere Reststoffe — Dinge, die früher einfach entsorgt wurden. Laut Hersteller sank die durchschnittliche CO2-Äquivalent-Emission entlang der gesamten Produktionskette 2025 um 79,5 % im Vergleich zu fossilem Referenzkraftstoff. Eine beeindruckende Zahl — fast ein Viertel des CO2-Ausstoßes, einfach weg.
BMW nutzt reines HVO bereits in Test- und Demonstrationsflotten mit Dieselmotoren. Und parallel löst der Konzern ein Vertrauensproblem: Ein neues Kontrollsystem gleicht die Tankdaten des Fahrzeugs mit dem Zahlungssystem des Flottenbetreibers ab. Das Ergebnis — lückenlose Nachverfolgung, welcher Kraftstoff tatsächlich getankt wurde. Keine Schlupflöcher.
HVOlution ist an rund 1.700 Enilive-Tankstellen in Italien, Deutschland und Österreich erhältlich. Kein Motorumbau, keine neue Infrastruktur nötig — einfach tanken und losfahren. BMW erlaubt den Einsatz von HVO in Diesel-Modellen, die ab Ende 2014 zugelassen wurden und mit Motoren der Generation B ausgestattet sind, sofern sie dem Standard EN 15940 entsprechen.
Von Elektroautos oder anderen Antriebsarten rückt BMW damit nicht ab — diese Vereinbarung ist kein Kurswechsel. Es ist schlicht ein weiterer Weg, den CO2-Fußabdruck der Diesel-Fahrzeuge zu senken, die schon heute in den Garagen stehen.
Zuvor wurde berichtet, dass BMW einen Marktstart des Kombis 3er Touring G51 in Nordamerika prüft.