Diesen Kangoo kann man nicht einfach kaufen, man muss ihn gewinnen
Renault Japan verkauft einen pastellblauen Kangoo Couleur und Grand Kangoo Couleur, der so begehrt ist, dass Geld allein nicht reicht — erst muss man die Verlosung gewinnen.
Renault macht aus dem Kangoo wieder mehr als nur einen nüchternen Familienvan — und diesmal reicht bares Geld allein nicht aus. In Japan hat der Verkauf der limitierten Modelle Kangoo Couleur und Grand Kangoo Couleur in einem neuen Farbton namens Bleu Dragée begonnen, einem sanften Hellblau, inspiriert von den französischen Zuckermandeln, die traditionell als Glückwunsch verschenkt werden. Insgesamt entstehen nur 150 Fahrzeuge. Sie wollen eins? Dann brauchen Sie Glück.
Der Verkauf läuft mit typisch japanischer Präzision ab — mit einem Haken. Vom 16. bis 26. Juli können Interessenten bei offiziellen Renault-Händlern Anträge stellen, und übersteigt die Nachfrage das Angebot, entscheidet das Los. Nur falls weniger Bewerbungen eingehen als Fahrzeuge verfügbar sind, geht der Rest in den normalen Verkauf. Der Kangoo Couleur kostet 4,49 Millionen Yen — umgerechnet rund 27.700 US-Dollar oder 2,16 Millionen Rubel. Der Grand Kangoo Couleur liegt bei 4,82 Millionen Yen, etwa 29.700 US-Dollar oder 2,32 Millionen Rubel.
Der normale Kangoo Couleur ist in zwei Varianten erhältlich. Die erste kombiniert einen 1,3-Liter-Turbobenziner mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe EDC — davon entstehen 30 Exemplare. Die zweite setzt auf einen 1,5-Liter-Diesel mit 6-Gang-Schaltgetriebe, eine Kombination, die von Jahr zu Jahr seltener wird, und ausgerechnet sie bekommt das größere Kontingent: 50 Fahrzeuge. Der Grand Kangoo Couleur gibt es ausschließlich mit dem 1,3-Liter-Turbo und 7EDC, dafür aber gleich 70 Mal.
Beide Versionen tragen die markentypischen Flügeltüren hinten, schwarze Stößstangen, Extended Grip und 16-Zoll-Ganzjahresreifen. Das ist keine Kosmetik: Die Heckttüren rasten bei etwa 90 Grad ein und lassen sich bis 180 Grad öffnen, die Ladekante liegt bei 594 mm, und die Ladeoffnung ist nahezu rechteckig — ohne störende Kanten, die Volumen fressen.
Der Grand Kangoo bringt mit, was eine große Familie wirklich braucht: drei Sitzreihen und sieben einzeln verstellbare Sitze. Er ist 420 mm länger, der Radstand wächst auf 3.100 mm, und die Schiebetüröffnung wird auf 830 mm verbreitert. Die zweite und dritte Reihe lassen sich um 130 mm verschieben, umklappen, hochklappen und komplett ausbauen — Renault zählt 1.024 mögliche Sitzkonfigurationen. Der Kofferraum fasst 500 Liter mit allen sieben Sitzen, 1.340 Liter ohne dritte Reihe und 3.050 Liter, wenn zweite und dritte Reihe ausgebaut sind.
Auch bei der Ausstattung wird nicht gespart: adaptiver Tempomat mit Stop & Go, Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, Spurhalteassistent, Einparkhilfe, kabelloses Laden fürs Smartphone, Zweizonen-Klimaautomatik sowie mehrere kleine Ablagen im Innenraum.
Offiziell verkauft Renault in Russland nicht, weshalb dieser Kangoo dort nie zum Massenmodell würde — sondern zu einer sehr klaren Nischenwahl: echtes Ladevolumen statt Crossover-Mode, niedrige Ladekante, Flügeltüren und ehrliche Flexibilität im Innenraum. Doch sobald der Farbzauber auf die Realität des Graumarktimports trifft, bleiben nur Preis, Service und Wiederverkaufswert übrig — und die verzeihen keine Romantik.
Der Kangoo Couleur verkauft sich nicht über Leistung oder Status. Man kauft ihn für eine seltene Mischung aus Nutzwert und Charakter — ein Familienauto, das nicht wie ein SUV wirken will, sondern den Alltag einfach etwas leichter und ein bisschen fröhlicher macht. In Japan reicht das offenbar, um sich für eine Verlosung anzustellen. Keine schlechte Empfehlung.