Der letzte je gebaute W16-Bugatti hat gerade das Werk verlassen, und das Ende überrascht
Das letzte Exemplar des W16 Mistral hat Molsheim verlassen und beendet damit die straßentaugliche Geschichte von Bugattis legendärem Vierfach-Turbomotor nach Veyron und Chiron.
Bugatti setzt keinen Elefanten mehr auf den Wählhebel. Stattdessen: ein Falkenkopf — und das ist bei Weitem nicht die einzige Veränderung. Das Unternehmen hat die Produktion des W16 Mistral beendet, und der letzte Roadster hat gerade das Atelier in Molsheim verlassen. Gebaut wurden nur 99 Exemplare, jedes einzeln individualisiert. Und mit diesem Fahrzeug endet die gesamte straßentaugliche Geschichte des W16-Motors — jenes Triebwerks, das den Veyron, den Chiron und nun den Mistral antrieb.
Das letzte Fahrzeug ist in einer Kombination aus Pearl und Sparkle lackiert, für den Innenraum wurden die Farbtöne Magnolia und Grey Carbon Matt gewählt. Die Signatur von Ettore Bugatti findet sich auf den Kopfstützen, den Einstiegsleisten und der Verkleidung im Motorraum — ein Detail, das nicht jedem auffällt, das aber viel aussagt. In die Mittelkonsole ist eine gemeinsam mit Lalique gefertigte Kristalleinlage „Spirit of the Wind“ eingelassen. Und auf Wunsch des Kunden aus dem Nahen Osten wurde die gewohnte Elefantenfigur auf dem Wählhebel durch einen Falkenkopf ersetzt. Passend für ein Auto, das gerade einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt hat.
Unter der Haube arbeitet der 8,0-Liter-W16 mit vier Turboladern und 1600 PS. Zum Marktstart nannte Bugatti einen Preis von 5 Millionen Euro netto, ohne Optionen. Was das letzte, personalisierte Exemplar gekostet hat, gibt das Unternehmen nicht bekannt. Spielt auch keine Rolle — die gesamte Serie war schon vor der öffentlichen Premiere ausverkauft.
Im November 2024 kam es zu dem Moment, auf den das alles hinauslief: Ein eigens präparierter W16 Mistral World Record Car erreichte auf der Teststrecke in Papenburg 453,91 km/h. Das Ergebnis wurde von SGS-TÜV Saar bestätigt, und Bugatti erwarb sich damit das Recht, den Wagen als das schnellste offene Serienfahrzeug der Welt zu bezeichnen.
Von 16 Zylindern verabschiedet sich Bugatti nicht. Doch die Architektur ändert sich vollständig. Der kommende Tourbillon erhält einen atmosphärischen 8,3-Liter-V16, drei Elektromotoren und eine Systemleistung von 1800 PS. Sein Startpreis liegt bei 3,8 Millionen Euro netto. Das Ende des Mistral beschließt also konkret die Ära des turbogeladenen W16 — nicht die Geschichte der extremen Mehrzylindermotoren von Bugatti insgesamt.