Volvos neuer Elektro-SUV stellt die Reichweiten-Regeln auf den Kopf
Die ersten elektrischen EX60 sind bei schwedischen Kunden angekommen, mit bis zu 810 km WLTP-Reichweite — doch die vielbeworbenen 16 Minuten Ladezeit gelten nicht für jede Version.
Volvo hat es versprochen — und geliefert. Die ersten Kunden in Europa haben ihren elektrischen EX60 bereits erhalten. Vorerst gibt es ihn nur in Schweden, doch die Zahl der Auslieferungen soll bald in die Tausende gehen — Produktion und Lieferungen werden im restlichen Jahr 2026 hochgefahren.
Die wichtigste Zahl beim EX60 lautet: bis zu 810 km Reichweite ohne Nachladen, nach dem vorläufigen WLTP-Zyklus. Beeindruckend? Dieser Wert gilt für die Top-Allradversion P12 AWD mit ihrer 117-kWh-Batterie. Die von Volvo im Pressetext so stolz beworbenen 16 Minuten Ladezeit von 10 auf 80 Prozent gelten aber gar nicht für das Flaggschiff — sondern für den heckgetriebenen P6 und den allradgetriebenen P10. Der langstreckentaugliche P12 braucht etwas mehr Geduld: rund 19 Minuten an einer 400-kW-Säule.
Die P6-Version leistet 374 PS und schafft bis zu 611 km, der P10 AWD mit 510 PS kommt auf bis zu 660 km. Der Top-P12 AWD leistet bereits 680 PS und sprintet in 3,9 Sekunden auf 100 km/h — ein Wert, der so manche sportliche XC60-Variante ins Schwitzen bringen dürfte. Alle Angaben sind vorläufig: Reale Reichweite und Ladegeschwindigkeit hängen von Temperatur, Reifen, Batteriezustand und Fahrbedingungen ab.
Volvo behauptet, der EX60 werde nicht teurer als der Plug-in-Hybrid XC60. Auf dem Papier geht die Rechnung auf: Das elektrische Basismodell startet bei 689.000 Kronen, der XC60 Plug-in-Hybrid bei 569.900 Kronen. Das ergibt eine Differenz von 119.100 Kronen, also rund 21 Prozent. Ein direkter Vergleich ohne gleiche Ausstattungsniveaus bleibt zwar eine grobe Näherung, doch die Behauptung eines „vergleichbaren Preises“ wirkt ziemlich gewagt.
Der EX60 basiert auf Volvos neuer Elektroplattform SPA3 und ist das erste Elektroauto der Marke, das in Schweden entwickelt und gebaut wird — ein passender Meilenstein für ein Modell, das die Marke in ihr nächstes Kapitel tragen soll. Bestellungen sind bereits in Europa und den USA möglich, genaue Liefertermine für einzelne Länder hat das Unternehmen aber noch nicht genannt. Und der russische Markt? Dazu herrscht Schweigen — ein offizieller Marktstart ist dort nicht angekündigt.
Volvo Cars hatte zuvor zugesagt, sein Werk in Gent mit bis zu 119 Millionen Euro zu unterstützen.