Dmitry Yakin

Die Corvette lernte, auf vier Zylindern zu leben — und auf allen acht zu sprinten

Der neue LS6 wuchs auf 6,7 Liter und 535 PS, doch Chevrolet spart Kraftstoff weiterhin auf altbewährte Weise

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Das hat keiner kommen sehen: Während alle anderen auf Turbos und Hybride setzen, ging Chevrolet den entgegengesetzten Weg. Der Hubraum des Basis-V8 der Corvette wuchs von 6,2 auf 6,7 Liter, die Leistung sprang auf 535 PS. Und dabei blieb ein wirklich ungewöhnlicher Spartrick erhalten. Der neue LS6 kann die Hälfte seiner Zylinder abschalten — bei sanfter Fahrweise läuft die Corvette Stingray 2027 faktisch als Vierzylinder.

Im LS6 kommt das Active Fuel Management zum Einsatz. Es schaltet bei geringer Last einen festen Satz von vier Zylindern ab und aktiviert bei Gasgeben sofort wieder alle acht. Bewusst verzichtete Chevrolet auf das komplexere Dynamic Fuel Management, das bei anderen V8-Motoren des GM-Konzerns zum Einsatz kommt und die Zahl der aktiven Zylinder wesentlich flexibler steuern kann.

Der Motor selbst ist deutlich ernster geworden als der bisherige LT2. Der Saugmotor LS6 leistet 535 PS und 705 Nm, hat eine Verdichtung von 13,0:1 und kombiniert Direkt- und Saugrohreinspritzung. Chevrolet nennt ihn den stärksten Serienmotor in der Geschichte der Corvette. Kein Turbo, kein Hybridsystem — einfach mehr Hubraum und klügere Elektronik.

Die Ingenieure geben offen zu: Die Vergrößerung des Hubraums ließ sich mit gleichbleibender Kraftstoffeffizienz und sinkenden Emissionen verbinden — dank des neuen Kraftstoffsystems, der hohen Verdichtung und der elektronischen Steuerung. Der Zuwachs fällt selbst ohne Turboaufladung spürbar aus. Der bisherige 6,2-Liter-LT2 leistete mit Sportauspuff bis zu 495 PS, damit ist der neue LS6 rund 8 % stärker — genau um so viel wuchs auch der Hubraum. Zufall? Wohl kaum.

Die Corvette knackte damit erstmals in der Basisversion Stingray die Marke von 200 mph — umgerechnet rund 322 km/h. Die Zylinderabschaltung selbst ist für die Corvette nichts Neues: AFM kam bereits bei den Vorgänger-V8 LT1 und LT2 zum Einsatz. Neu ist etwas anderes — Chevrolet hielt das System auch beim Wechsel zur sechsten Small-Block-Generation vergleichsweise einfach, statt auf DFM umzusteigen.

Zuvor berichtete Tarantas.news, dass GM nach Spark EUV, Captiva EV und Captiva PHEV den nächsten Schritt für Chevrolet aus China vorbereitet. Das genaue Modell hat der Konzern noch nicht genannt, doch laut einer Aussage des Chefs von GM South America steht die Ankündigung bereits kurz bevor.

chevrolet.com