Der Scenic E-Tech fährt weiter und lädt schneller nach dem Akku-Umbau
Neue NMC- und LFP-Akkus, kürzere Ladezeiten und bis zu 642 km WLTP-Reichweite machen den Scenic E-Tech technisch deutlich stärker.
Renault verpasst dem elektrischen Scenic E-Tech einen deutlich größeren Umbau, als man von einem normalen Update erwarten würde. Die Batteriepalette des Familien-Stromers wurde fast komplett neu aufgestellt: Die bisherigen Akkus mit 60 und 87 kWh weichen neuen Speichern mit 67 und 89 kWh, während die maximale WLTP-Reichweite von 625 auf 642 km steigt. Und damit nicht genug. Beide Versionen bekommen nun denselben Elektromotor mit 220 PS.
Die Topversion setzt auf einen 89 kWh großen NMC-Akku. Damit schafft der Scenic bis zu 642 km nach WLTP, während das Schnellladen von 15 bis 80 % bei maximal 150 kW 28 Minuten dauert. Die eigentliche Überraschung hebt sich Renault jedoch für die günstigere Variante auf. Im Herbst 2026 kommt sie mit einem 67 kWh großen LFP-Akku: Die Reichweite steigt von bisher 430 auf 467 km, und der Ladevorgang von 15 bis 80 % dauert bei bis zu 165 kW nur 24 Minuten. In beiden Fällen soll sich die Schnellladezeit um 25 % verkürzt haben.
Genau hier wird es spannend. Die Vermutung, der Scenic werde die NMC-Chemie vollständig zugunsten von LFP aufgeben, bestätigt sich nicht. Renault teilt die beiden Technologien nach Aufgabe auf: LFP geht an die Comfort-Range-Version, während die maximale Reichweite weiterhin NMC übernimmt. Die Zellen der neuen Akkus werden in Polen gefertigt, die kompletten Batterien anschließend im französischen Douai montiert.
Das Update kommt genau in dem Moment, in dem der Scenic sichtbar an Fahrt gewinnt. Im ersten Halbjahr 2026 belegte das Modell mit 5 % Marktanteil Platz drei unter den Elektroautos in Frankreich, während die Verkäufe um 63 % zulegten. Zusätzlich hat Renault Google Gemini, kabelloses Qi2-Laden für Smartphones und überarbeitete elektronische Assistenzsysteme eingebaut. Doch all das steht im Schatten der wichtigsten Änderung: Der Scenic fährt weiter, lädt schneller und trennt seine Batteriepalette erstmals zwischen NMC- und LFP-Technik.