Ivan Knyazev

Android Auto trennt trotz 17.4 weiter und jetzt wird die Fehlersuche spannend

Android Auto ist aktuell, doch die Verbindung reißt weiter ab? Version 17.4 beseitigt nur einen bekannten Fehler. Jetzt entscheidet die richtige Reihenfolge bei Kabel, Funkverbindung und Infotainment.

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Android Auto ist aktualisiert, doch die Verbindung bricht trotzdem weiter ab? Das Unangenehme daran: Das Smartphone ist jetzt nicht mehr automatisch der Hauptverdächtige. Mit Android Auto 17.4 und neueren Versionen hat Google einen besonders lästigen Fehler behoben, durch den die Verbindung alle paar Minuten einfrieren oder abbrechen konnte. Das Android-Auto-Team bestätigte die Korrektur offiziell am 18. August. Deshalb beginnt die Fehlersuche heute mit einer simplen Frage: Welche Android-Auto-Version ist auf dem Telefon installiert?

Es gibt allerdings einen Haken. Android Auto 17.4 ist kein Wundermittel gegen sämtliche Verbindungsprobleme geworden. Einzelne Nutzer meldeten auch mit neueren Builds einschließlich 17.4 und 17.5 weiterhin Aussetzer, wobei sich die Symptome je nach Smartphone, Fahrzeug und Verbindungsart unterschieden. Google hat also ein bekanntes Szenario geschlossen, aber ein neuer Abbruch bedeutet noch lange nicht automatisch einen Defekt der Infotainment-Hardware.

Besonders sichtbar wurde das Problem nach der Verbreitung von Android Auto 17.2. Nutzer berichteten von Verbindungsabbrüchen nach wenigen Minuten, eingefrorener Oberfläche und Problemen bei der Audiowiedergabe. Betroffen waren allerdings längst nicht alle Fahrzeuge und Smartphones. Die Versionsnummer allein war deshalb nie eine endgültige Diagnose.

Was tun, wenn Android Auto bereits mindestens auf 17.4 aktualisiert ist und die Verbindung trotzdem macht, was sie will? Der nächste Schritt hängt davon ab, ob das Smartphone per Kabel oder drahtlos verbunden wird. Genau hier trennt sich die Fehlersuche.

Bei einer Kabelverbindung rückt zuerst das USB-Kabel in den Fokus. In der offiziellen Android-Auto-Hilfe empfiehlt Google ein hochwertiges Kabel mit weniger als einem Meter Länge und rät von Hubs sowie Verlängerungen ab. Hat das System früher funktioniert und macht plötzlich Probleme, soll ausdrücklich ein anderes Kabel ausprobiert werden.

Hier lauert eine klassische Falle: Das Smartphone lädt, also muss das Kabel in Ordnung sein. Muss es nicht. Laden und stabile Datenübertragung stellen unterschiedliche Anforderungen an die Verbindung, und Google weist selbst darauf hin, dass USB-Kabel mit Android Auto sehr unterschiedlich funktionieren können. Gibt es im Auto mehrere USB-Anschlüsse, sollte genau der Port genutzt werden, den der Hersteller für Android Auto vorgesehen hat.

Bei Wireless Android Auto sieht die Sache anders aus. Die erste Kopplung erfolgt über Bluetooth, und während der Einrichtung empfiehlt Google, Bluetooth, Wi-Fi und die Standortdienste eingeschaltet zu lassen. Bei drahtlosen Abbrüchen bringt ein neues USB-Kabel also nichts. Zuerst sollten diese Funkverbindungen geprüft und die gespeicherte Kopplung „Auto — Smartphone“ neu angelegt werden.

B. Naumkin

Keine Besserung? Dann folgt der vollständige Verbindungsreset. Android Auto speichert bereits gekoppelte Fahrzeuge, sodass das betreffende Auto aus der Liste entfernt und anschließend komplett neu verbunden werden kann. Google empfiehlt außerdem, in den Fahrzeugeinstellungen zu prüfen, ob Android Auto aktiviert ist, und danach das Infotainmentsystem neu zu starten.

Wenn weder das Update noch ein anderes Kabel oder eine neue drahtlose Kopplung helfen, wird der Kreis der Verdächtigen kleiner. Bei Nachrüstgeräten von Pioneer, Kenwood und anderen Marken empfiehlt Google, auf der Website des Herstellers nach neuer Firmware zu suchen. Bei werkseitigem Infotainment hängen Update und Neustart von Marke und Modell des Fahrzeugs ab.

Ein weiterer guter Kontrolltest ist ein zweites Smartphone. Verlieren zwei unterschiedliche Telefone mit aktueller Android-Auto-Version an derselben Multimediaeinheit gleichermaßen die Verbindung und wurde im Kabelbetrieb zusätzlich ein anderes geeignetes Kabel getestet, sinkt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass nur das erste Smartphone schuld ist.

Selbst das ist noch kein fertiges Urteil über die Headunit. Derselbe Softwarefehler kann mehrere Telefone treffen, und bei einer Kabelverbindung kann weiterhin der USB-Anschluss des Autos die Schwachstelle sein.

Genau deshalb hat Android Auto 17.4 die Reihenfolge der Fehlersuche verändert. Zuerst sollte der bereits behobene Google-Softwarefehler durch ein Update ausgeschlossen werden. Danach testet man die Kabelverbindung mit einem anderen guten Kabel und dem richtigen USB-Port, während bei Wireless Android Auto Bluetooth, Wi-Fi und eine neue Kopplung geprüft werden. Erst dann lohnt sich ein tieferer Blick auf Firmware und Technik des Infotainments.

Die Headunit nach den ersten zufälligen Aussetzern auszutauschen, wäre also deutlich zu früh. Android Auto 17.4 zeigt ziemlich eindrucksvoll, warum: Symptome, die nach Hardwaredefekt aussehen, können manchmal schon mit einem simplen Softwareupdate verschwinden.

B. Naumkin